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Myomembolisation

Sehr geehrte Patientin,

Die Myomembolisation ist ein Verfahren, welches ohne Vollnarkose und ohne Operation auskommt. Die Myomknoten werden verödet, indem ihre Blutzufuhr/Ernährung durch das Einspritzen von kleinsten Teilchen unterbunden wird.

 

Als Folge dieser Verödung kommt es in mehr als 90% zu einer Besserung myombedingter Beschwerden und einem Schrumpfen der Myome. Die Myomembolisation erfordert einige Untersuchungen, anhand derer beurteilt werden kann, ob diese Form der Behandlung für Sie in Frage kommt. Details hierzu und eine Auflistung der Unterlagen, welche vorab eingereicht werden müssen, finden Sie am Ende des Textes.

 

Ablauf der Behandlung

Am Tag vor dem Eingriff erfolgt die stationäre Aufnahme in der Frauenklinik. Es werden einige Laborwerte überprüft und am selben Tage noch eine Magnetresonanztomographie durchgeführt, um Lage, Zahl, Größe und Durchblutung der Myomknoten zu beurteilen. Nach Abschluss der Untersuchungen erfolgt eine ausführliche Aufklärung über den Eingriff durch den behandelnden Radiologen.

 

Der Eingriff selbst findet am zweiten Tag im Institut für Diagnostische Radiologie statt. Im Anschluss an den Eingriff werden Sie noch drei Tage auf Station überwacht. In der Regel ist eine Krankschreibung von etwa einer Woche im Anschluss an die Behandlung sinnvoll.

 

Behandlungstag

Am Tag des Eingriffs werden einige Vorbereitungen getroffen. So ist es notwendig, dass ein Blasenkatheter und eine Verweilkanüle für einen Tropf gelegt werden. Das "Wie" und "Warum" dieser Maßnahmen wird schon am Vortag mit Ihnen während eines ausführlichen Aufklärungsgesprächs besprochen. Der Eingriff wird durch einen erfahrenen interventionellen Radiologen des Instituts für Diagnostische Radiologie durchgeführt. Interventionelle Radiologen haben eine spezielle Ausbildung in der Anwendung schonender (bildgestützter minimal-invasiver) Eingriffe.

 

Myomembolisation

Nach lokaler Betäubung der Haut in der Leiste wird ein kleiner, etwa 0,5 cm langer Schnitt vorgenommen, über den ein dünner Plastikschlauch (Katheter, weiße Linie mit aufgesetzter Spritze) in die Schlagader des Beines (Femoralarterie, rot) eingeführt wird (siehe linke Abbildung). Unter Röntgenkontrolle wird dieser Katheter bis in die Schlagader der Gebärmutter (Uterusarterie) und weiter bis zu den das Myom versorgenden Blutgefäßen vorgeführt. Dieser Vorgang wird aufgrund der Betäubung nicht wahrgenommen.

 

Über den liegenden Katheter werden kleine Kügelchen (Partikel) in die das Myom versorgenden Blutgefäße gespritzt, die diese verstopfen ("embolisieren") und so die Blutzufuhr und Ernährung des Myoms dauerhaft unterbinden (rechte Abbildung)

 

Die eingespritzten Partikel verbleiben im Myom und sind gut verträglich und werden vom Körper nicht abgebaut oder als Fremdkörper gesehen. Das Myom wird so von der Blutversorgung abgeschnitten und nicht mehr ausreichend ernährt. Es wird quasi ausgehungert und verödet. Nach dem Eingriff wird der Katheter entfernt und ein Druckverband angelegt. In der Folge schrumpft das Myom innerhalb von drei bis sechs Monaten.

 

Eine Verbesserung der Beschwerden stellt die Mehrheit der Patientinnen allerdings schon nach drei Monaten fest. Der Erfolg der Myomembolisation wird nach vier Monaten im Rahmen einer Nachsorgeuntersuchung überprüft.

 

Was spüre ich während der Myomembolisation?

Aufgrund der Betäubung spüren Sie von dem Einführen des Katheters und der Embolisation selbst nichts. Für den Eingriff ist es notwendig, die das Myom versorgenden Gefäße durch ein Kontrastmittel, welches in die Gefäße gespritzt wird, sichtbar zu machen (Angiographie). Hierbei werden Sie ein Wärmegefühl spüren, dass jedoch nur vorübergehend ist. Gegen Ende der Embolisationsbehandlun treten gewöhnlich Unterleibsschmerzen auf, die durch den behandelnden Arzt mittels Gabe von Schmerzmedikamenten über einem Tropf gelindert werden. Auch können sich Unwohlsein und Übelkeit einstellen.

 

Was geschieht in den ersten Wochen nach der Embolisation?

Ein bis zwei Wochen nach der Behandlung können noch schwache, krampfartige Schmerzen auftreten, die jedoch durch Medikamente gut zu kontrollieren sind.

 

Oftmals treten über einen Zeitraum von mehreren Wochen nach der Behandlung zunächst Schmierblutungen auf, bevor sich die Regelblutung wieder stabilisiert.

 

In der Zeit nach dem Eingriff können auch Teile der Myome abschilfern und mit der Regelblutung abgehen. Bei Fieber und Unterleibsschmerzen in den ersten acht Wochen nach der Behandlung sollte jedoch unbedingt eine Untersuchung durch die Frauenärztin / den Frauenarzt erfolgen, um eine Unterleibsentzündung auszuschließen.

 

Nebenwirkungen und Risiken

Die Myomembolisation ist im Vergleich zum chirurgischen Eingriff (Gebärmutterentfernung, Ausschaben von Myomen) ein sogenanntes "minimal-invasives Verfahren" ohne Vollnarkose, großen Bauchschnitt und langen Krankenhausaufenthalt.

 

Bei der Embolisation vorausgehenden Gefäßdarstellung mittels Kontrastmittel (Angiographie) tritt in seltenen Fällen eine Gefäßverletzung, Blutung oder behandlungsbedürftige Unverträglichkeit gegenüber dem Kontrastmittel auf. Die Nebenwirkungs- und Komplikationsrate der Embolisationsbehandlung ist gering.

 

Während und nach der Embolisation auftretende Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, leichte Temperaturerhöhung und Unwohlsein sind bei entsprechender begleitender Gabe von Medikamenten durch den betreuenden Arzt nach 12 bis 48 Stunden verschwunden.

 

Nach erfolgreicher Embolisation können in bis zu 10% der Fälle Teile des Myoms abschilfern und mit der Blutung abgehen, insbesondere wenn diese direkt unter der Schleimhaut der Gebärmutter liegen. Eine seltene unerwünschte Folge der Myomembolisation ist das komplette Ausbleiben der Regelblutung mit vorzeitigem Eintritt der Wechseljahre. Dies tritt bei Frauen > 45 Jahre in etwa 2 bis 5% der Fälle, bei jüngeren Frauen nach unserer Erfahrung nicht auf. Eine ebenfalls seltene aber ernsthafte Komplikation, welche jedoch nur in unter 1% der Fälle auftritt, ist die schwere Unterleibsentzündung. Diese tritt häufiger auf, wenn sehr große Myomknoten embolisiert worden sind.

 

Wie sicher und erfolgreich ist die Myomembolisation?

Die bislang veröffentlichten wissenschaftlichen Studien zur Wirksamkeit der Myomembolisation bei Blutungsbeschwerden (starke, verlängerte Regelblutung) und Beschwerden durch die Größe eines Myomknotens (Schmerzen und Druck im Becken, Harndrang etc.) zeigen, dass diese Therapie in 85 bis 90% der Fälle erfolgreich ist. Erfahrungen mit dieser Form der Myombehandlung liegen seit 1995 vor. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Myomembolisation ein sicheres und effektives Verfahren zur Behandlung von myombedingten Beschwerden ist und eine schonende und gebärmuttererhaltende Alternative im Vergleich zur Operation darstellt.

 

 

Voraussetzungen für die Myombehandlung mittels Embolisation

Eine Myomembolisation kann vorgenommen werden, wenn

 

  • nach Untersuchung durch eine Frauenärztin / einen Frauenarzt Ihre Beschwerden auf das Vorhandensein von Myomen zurückgeführt werden können. Andere mögliche Ursachen für Ihre Beschwerden müssen durch Ihren behandelnden Gynäkologen ausgeschlossen worden sein.
  • eine medikamentöse Behandlung keine ausreichende oder anhaltende Besserung der Beschwerden erbracht hat oder Ihnen bereits eine Operation empfohlen wurde.
  • kein Kinderwunsch mehr besteht.
  • die Gebärmutter insgesamt nicht über Nabelhöhe (entsprechend einer 24. Schwangerschaftswoche) vergrößert ist. Auch sollte durch Ultraschall geklärt werden, ob sogenannte "gestielte subseröse Myomknoten" vorliegen, da diese nicht behandelt werden können und auch die Behandlung benachbarter Myome erschweren.


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