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Plattenepithelkarzinom der Haut

Das Plattenepithelkarzinom der Haut ist ein maligner Tumor, der örtlich zerstörend wächst, aber nicht häufig metastasiert. Das Plattenepithelkarzinom ist nach dem Basalzellkarzinom der zweithäufigste Hauttumor und es verzeichnet in der weißen Bevölkerung eine Zunahme des Neuauftretens. Der wichtigste ursächliche Faktor ist chronische Ultraviolettlicht-Belastung insbesondere bei sonnenlichtempfindlichen Personen.

Risikofaktoren für das Entstehen von Plattenepithelkarzinomen sind aktinische Keratosen, höheres Alter, die summierte Sonnenbelastung und helle Pigmentierung. Der wichtigste Risikofaktor ist das Vorhandensein von aktinischen Keratosen. Dies sind „raue Stellen“, die vermehrt an lichtbelasteter Haut, vor allem an Kopfhaut und im Gesicht entstehen.

Ein Übergang von aktinischen Keratosen in Plattenepithelkarzinome findet wahrscheinlich nur bei 5% aller Läsionen statt. Bei immungeschwächten Patienten (z. B. nach einer Transplantation) ist das Risiko dieser Tumoren stark erhöht und die Krankheitsverläufe sind ungünstiger.

Das Plattenepithelkarzinom tritt zu 90 % im Gesicht auf. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 70 Jahren. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Eine Metastasierung entwickelt sich fast immer örtlich auf dem Lymphweg. Metastasierungen treten nur bei ca. 5 % der Tumorpatienten auf. Das klinische Erscheinungsbild ist nicht so variabel wie das des Basalzellkarzinoms, jedoch kommen Überschneidungen vor.

Vom invasiven Plattenepithelkarzinom muss das Keratoakanthom abgegrenzt werden, dasfeingeweblich Ähnlichkeiten aufweist, aber einen eher gutartigen Verlauf nimmt. Es zeigt schnelles Wachstum und kann sich in Einzelfällen spontan rückbilden. Typisch sind die Ausbildung eines zentralen Hornpfropfes. Der Tumor metastasiert nicht. Das Keratoakanthom ist bei abwehrgeschwächten Patienten aber wie ein Plattenepithelkarzinom zu behandeln.

 

Diagnostik

Die Diagnose wird in der Regel klinisch gestellt. Notwendig ist die feingewebliche Sicherung je nach Größe des Tumors und therapeutischem Ansatz durch Inzisionsbiopsie, Exzisionsbiopsie oder therapeutische Exzision.

Neben der klinischen Untersuchung des Lymphabstromgebietes ist bei Plattenepithelkarzinomen ab einer Tumordicke von > 2 mm eine Ausbreitungsdiagnostik in Form einer Ultraschalluntersuchung der örtlichen Lymphknoten zum Ausschluss einer Lymphknotenmetastasierung ratsam. Bei eundringend und zerstörerisch wachsenden Karzinomen ist eine weitere Diagnostik mittels CT bzw. MRT notwendig.

 

Therapie

Das therapeutische Vorgehen richtet sich nach der Ausbreitung des Tumors (z.B. an vielen Stellen gleichzeitig) und nach dem feingeweblichen Typ des Tumors. Die vollständige operative Entfernung mit feingeweblicher Randschnittkontrolle der Schnittränder (3D-Histologie) stellt die Therapie der ersten Wahl dar, sofern diese medizinisch vertretbar und nicht mit erheblichen Beeinträchtigungen verbunden ist.

Liegt eine Invasion des Tumorgewebes in tiefere Strukturen wie Knorpel, Skelettmuskel oder Knochen vor (T4), folgen der Resektion ggf. aufwändige Wiederherstellungsmaßnahmen.

Weitere Behandlungen wie Bestrahlung oder die Operation von Lymphknoten hängen von zahlreichen Parametern ab, die im Einzelfall berücksichtigt werden sollten.

Besondere klinische Situationen (Feldkanzerisierung, zahlreiche frühe Tumoren) erlauben auch den Einsatz operativer und zerstörender Verfahren ohne feingewebliche Kontrolle. Hierzu gehören die Kürettage mit Elektrodesikkation, die Kryotherapie, die photodynamische Therapie, Lasertherapien und die Flachexzision. Allerdings ist bei Immunsupprimierten Patienten besondere Vorsicht geboten, da bei diesen auch unscheinbare Tumoren zu rascher Progredienz und Tiefeninfiltration neigen

 

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie kann eine gute Therapiealternative sein. Bei kleineren Tumoren erscheint die Behandlungssicherheit der Operation annähernd vergleichbar.

 

Nachsorge

Die Nachsorge kann risikoangepasst erfolgen. Bei Tumoren mit niedrigem Metastasierungsrisiko werden halbjährliche Nachsorgeuntersuchungen bis zum 5. postoperativen Jahr durchgeführt

Die Nachsorgeuntersuchungen sind vorwiegend klinische Untersuchungen zur Beurteilung des örtlichen Befundes. Eine Sonographie der örtlichen Lymphknoten wird bei unklarem oder schwierig zu erhebendem Tastbefund durchgeführt.

Bei Tumoren mit hohem Metastasierungsrisiko einschliesslich der Patienten mit Immunsuppression, Organtransplantation und Mehrfachtumoren erfolgen in den ersten zwei Jahren alle drei Monate klinische Untersuchungen gegebenenfalls mit Ultraschalluntersuchung der örtlichen Lymphknoten, anschließend bis zum 3. Jahr halbjährliche klinische Kontrollen. Die Indikation für weitere Untersuchungen stellt sich je nach Befund.

 



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