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Aktuelle Projekte der Abteilung Versorgungsepidemiologie und Community Health



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Abteilung Methoden der Community Medicine


Abteilung Versorgungs- epidemiologie und Community Health

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AGnES<br>A rzt-entlastende, G emeinde- n ahe, E -Health-gestützte, S ystemische Intervention

In vielen ländlichen Regionen Deutschlands ist die demografische Entwicklung durch einen steigenden Anteils der höheren Altersgruppen an der Gesamtbevölkerung gekennzeichnet. In der Region Vorpommern tritt dieser Trend verstärkt auf. Als direkte Folge der steigenden absoluten Anzahl älterer Menschen erhöhen sich die Fallzahlen altersassoziierter Erkrankungen. Diese Parameter führen dazu, dass trotz des generellen Rückgangs der Einwohnerzahl bis 2012 in Mecklenburg-Vorpommern ein im Vergleich zum Jahr 2002 gleich hoher medizinischer Versorgungsbedarf bestehen bleibt.

 

Gleichzeitig werden in den nächsten fünf Jahren fast 30% der derzeit tätigen Hausärzte in den Altersruhestand gehen. Die Wiederbesetzung der freiwerdenden Hausarztpraxen ist in den ländlichen Regionen Vorpommerns besonders schwierig. Einige Praxen werden wahrscheinlich geschlossen werden müssen, da nicht genügend Nachfolger zur Verfügung stehen.

 

Das Institut für Community Medicine untersucht in einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeit, speziell ausgebildete Community AGnES-Fachkräfte als verlängerter Arm des Hausarztes auftreten zu lassen. Die AGnES-Fachkraft übernimmt nach Anweisung des teilnehmenden Hausarztes in Delegation Hausbesuche bei Patienten, wobei die vorbeugende, beratende/betreuende und Therapie überwachende Tätigkeit im Vordergrund steht. In dieser Weise kann der Hausarzt bei einem erhöhten Versorgungsradius entlastet und unterstützt werden.

 

Die AGnES-Fachkraft kann mittels telemedizinischer Technik jederzeit eine Audio/Videoverbindung zum Hausarzt aufbauen oder medizinische Daten in die Hausarztpraxis übermitteln.

 

Der Gesundheitszustand dafür geeigneter Patienten wird zusätzlich von so genannten Telecare-Geräten überwacht. Die Patienten messen regelmäßig zu Hause selbst ihren Blutdruck, Blutzuckerwert, Gewicht, Augeninnendruck oder ermitteln ein EKG. Die Werte werden mittels moderner Telekommunikationstechnik in die Hausarztpraxis geschickt. Dem Hausarzt stehen also immer die aktuellen Werte zur Verfügung. Die Patienten werden von der AGnES-Fachkraft in der Anwendung der Technik intensiv geschult und bei der Selbstanwendung unterstützt.

 

Im Bereich Prävention werden z. B. Sturzprophylaxen durchgeführt. Die AGnES-Fachkraft ermittelt Risikofaktoren, macht eine Wohnungsbegehung um Stolperfallen auf zu spüren und gibt Empfehlungen zur Verbesserung der Situation.

 

Ein weiteres Modul ist die Medikamentenanamnese: die AGnES-Fachkraft listet alle vom Hausarzt und ggf. weiteren ärzten verschriebenen und freiverkäuflichen Medikamente, die der Patient zu Hause aufbewahrt. Zusätzlich werden mögliche Nebenwirkungen und die Compliance systematisch abgefragt. In der am Projekt beteiligten Apotheke wird danach ein Interaktionscheck durchgeführt. Es folgt einen Datenabgleich und eine Beratung mit dem Hausarzt. Wenn nötig, wird eine änderung der Medikation durch den Hausarzt, ggf. in Rücksprache mit weiteren beteiligten ärzten, verordnet.

 

Das Projekt wird durch die Mehrheit der Teilnehmer positiv angenommen und die ersten Erfahrungen bei den Hausbesuchen zeigen, dass das AGnES-Konzept der ein erhebliches Potential dafür besitzt, die Hausärzte in ländlichen Regionen zu entlasten.

 

 

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