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TV Real am 17.09.2013

Merken Sie sich schon einmal Dienstag, den 17. September 19:30 Uhr vor. Zu dieser Zeit wird das bekannte Theaterformat des Theaters Vorpommern, TV-Real in der UMG gastieren. 

  

Öffentliches Ersatzfernsehen ist ein Ersatz-Fernsehformat, eine Talkshow ohne Kamera, Fernsehen ohne Fernsehen. Als dauerhaftes Fernseh-Gegenangebot fand es über mehrere Jahre in verschiedenen Berliner sowie internationalen Kulturinstitutionen statt: Interviews, Gespräche mit Menschen aus allen sozialen Gruppierungen

Zugleich ist TV Real eine Erforschung von grundsätzlichen, individuellen und gesellschaftlichen Lebensgrenzen: dem Umgang mit dem Tod, mit Staatsgewalten, mit Moral, mit Liebe, mit Identität, mit Risiko.

Der Berliner Künstler Peter Kees arbeitet als Chronist und Vermesser gesellschaftlicher und menschlicher Phänomene. Seine Arbeit thematisiert Momente kollektiver wie subjektiver Grenzerfahrung, die er konzeptionell wie formal-ästhetisch in sein Werk einbindet. Ab dieser Spielzeit weitet er sein Forschungsfeld auf den Norden aus.

 

Am 17.09.2013 ist als Interviewgast Herr PD. Dr. Peter Hinz aus der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie der Universitätsmedizin Greifswald zu Gast in der Box von Peter Kees. Der für seine Wortgewandtheit und erfrischende Art bekannte Privatdozent Dr. Peter Hinz wird für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Abend sorgen. Lesen Sie hier mehr über ein weiteres Betätigungsfeld des Herrn PD Dr. Peter Hinz.

 

Die Veranstaltung ist für das Publikum kostenfrei.

 

Greifswald. Ein eitler Vollgastyp, der sein Leben geil findet, gerne große Geländewagen fährt, immer Erster sein will und 24 Stunden am Tag telefonisch für sein Klinikum erreichbar ist — so sieht Peter Hinz (49), leitender Oberarzt der Unfallchirurgie am Universitätsklinikum, sich selbst. Oder — vielleicht ist das treffender — dieses Bild skizzierte Moderator Peter Kees von ihm. Eine Stunde lang fragte er den Doktor im Foyer des Krankenhauses vor etwa 100 Gästen aus.

Es war Showtime für TV Real (siehe Kasten) — und die Veranstaltung des Theaters am Dienstagabend die am besten besuchte, seit die Reihe vor einem Jahr an den Start ging. Das spricht für den hohen Bekanntheitsgrad des Unfallchirurgen. Moderator Kees ist zudem dafür berüchtigt, seinen „Opfern“ kritisch aufs Zahnfleisch zu fühlen, das aus ihnen herauszukitzeln, was sie nicht verraten wollen.

Immer wieder fällt Kees Hinz ins Wort, wechselt das Thema, bohrt nach.

Um es vorwegzunehmen: Hinz hat weder ausgeplaudert, wie viel Geld er auf seinem Bankkonto hat, noch was seine sexuellen Vorlieben sind. Dafür behauptet er, noch niemals fremdgegangen zu sein.

Verraten hat er auch, dass er in seinem Leben nichts bereut. Auch nicht die Tatsache, dass er zwei Mal geschieden ist. „Wenn man sich im Leben so viel wandelt wie ich, kann es passieren, dass sich der Partner nicht mitverändern kann“, sagt Hinz. Dann müsse man aufpassen, dass man sich nicht gegenseitig weh tut, sondern schnell Konsequenzen zieht. Aus jeder seiner drei Ehen hat Hinz ein Kind (23, 21, 7). Seine Frauen nennt er Lebensabschnittsgefährtinnen, vergleicht das Ende einer Ehe mit einem Triebschaden am Flugzeug.

Analogien aus der Welt der Luftfahrt nutzt der Chirurg gerne. Immerhin ist er auch Pilot. „Neben Ihrem Job als leitender Oberarzt arbeiten Sie als angestellter Pilot? Sie fliegen nicht nur als Hobby?“, fragt Moderator Kees überrascht nach. Hinz nickt gelassen. Für ihn nichts Besonderes. Immerhin ist er bekennender Workaholic, verabscheut Stillstand und liebt das Adrenalin. Er hat eine schriftliche Genehmigung vom Uniklinikum für seine Nebentätigkeit. Pilot zu werden, war einer seiner Lebensträume. Und was Hinz will, das macht er auch. „Ich habe alles erreicht, was ich schaffen wollte“, sagt der Chirurg selbstbewusst.

Er weiß, dass ihn viele für eitel halten, ist sich nicht sicher, ob das eine positive Eigenschaft ist. Sicher ist er hingegen, dass Überheblichkeit negativ ist. „Ich war mal überheblich, heute aber nicht mehr.“ Früher habe er keine Achtung vor Menschen gehabt, die anders sind. Das habe vielleicht auch daran gelegen, dass er sich damals als Türsteher sehr mächtig fühlte. In dem Job arbeitete er während des Studiums. „Da war ich hypertroph, hab geglaubt, dass sich alles um mich dreht“, blickt Hinz zurück. „Ich habe entschieden, wer in den Club rein darf und wer nicht.“ Er sei bei allen beliebt gewesen.

Die Macht spürte Hinz auch im Leistungssport. 1992 wurde er Weltmeister im Bankdrücken, das jahrelange Krafttraining sieht man ihm bis heute an. „Der zweite Platz ist der erste Verlierer. Ich will immer gewinnen“, sagt Hinz. Nach einer Stunde Kreuzverhör wirkt Peter Hinz wie ein Übermensch — und Peter Kees recht klein neben ihm.

 

 

So funktioniert TV Real

 

Die Programmreihe TV-Real wird vom Theater Vorpommern organisiert. Der Berliner Moderator Peter Kees trifft dabei auf ganz unterschiedliche Gäste an unterschiedlichen Orten. Jedoch immer vor gleicher Kulisse. Er sitzt gemeinsam mit seinem Interviewpartner in einem Glaskasten. Das Ganze nennt sich öffentlich-rechtliches Ersatzfernsehen.

Das Publikum darf während der einstündigen Veranstaltung SMS an den Moderator schicken, der die Fragen dann vorliest.

TV Real gab es bereits mehrere Jahre in verschiedenen Berliner Kulturinstitutionen, bevor es vor einem Jahr in den Norden kam.

Quelle: Katharina Degrassi Ostseezeitung vom 19.09.2013 

 

 

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