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Infektion und Entzündung




Kurzbeschreibung

Auch im 21. Jahrhundert bleiben Infektionen eine große Gefahr für die Gesundheit weltweit. Die Antibiotika-Resistenzkrise verschärft die Lage und droht, der Gesellschaft den medizinischen Fortschritt der letzten 100 Jahre zu entreißen. Deshalb hat die WHO im Mai 2015 einen Aktionsplan zur Bekämpfung der Antibiotikaresistenzen verabschiedet [hier], zu dem sich die deutsche Regierung sowie die anderen G7-Staaten im Juni 2015 mit Nachdruck bekannt haben [hier].

Die UMG legt einen Schwerpunkt auf die Infektionsforschung, um Beiträge zur Lösung des Problems zu leisten. Ein besseres Verständnis der Infektionserreger und der gegen sie gerichteten Abwehr des Organismus sind dafür Voraussetzung. Neben Einzelprojekten beteiligt sich die UMG an Forschungsverbünden, die sich diesem Thema widmen:

 

 

 

Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Organismus, z.B. gegen Infektionen, die wir seit der Antike an fünf Zeichen erkennen, den sog. Kardinalsymptomen:

  • Rötung (rubor)
  • Wärme (calor)
  • Schwellung (tumor)
  • Schmerz (dolor)
  • Funktionsstörung (functio laesa)

 

Entzündung ist also alltäglich. Sie entsteht, wenn das Immunsystem Gefahr erkennt, z. B. bei Infektionen oder bei Zell- und Gewebezerstörung. Dann werden Immunzellen aktiviert und bewegen sich zum Ort des Geschehens. Diese Reaktion ist lebenswichtig, kann dem Organismus aber auch schaden,

  • wenn sie sich gegen falsche Ziele richtet wie z.B. körpereigene Strukturen,
  • übermäßig stark ist oder
  • sehr lange andauert.

 

Deshalb ist es essenziell, dass die Entzündung durch antientzündliche Mechanismen reguliert wird, so dass der Organismus nach einer Abwehrreaktion schnell wieder ins Gleichgewicht kommt. Bei der Erforschung der Entzündung und ihrer Folgen müssen die anti-entzündlichen Regulationsprozesse folglich stets mitbetrachtet werden. Denn zu viel oder zu wenig Entzündung kann gleichermaßen zu Problemen führen.

An der UMG wird Entzündung nicht nur im Zusammenhang mit Infektionen untersucht; Erkrankungen, die durch eine Fehlregulation von Entzündung erklärt werden können, stehen ebenfalls im Fokus. Beipiele sind die dilatative Kardiomyopathie, eine entzündliche Herzschwäche, die Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die multiple Sklerose und Störungen der Blutgerinnung. Entzündungsforschung findet an der UMG auch in der Study of Health in Pomerania (SHIP) statt, führen doch Übergewicht oder mangelnde Zahnhygiene häufig zu einer schwelenden Entzündungsreaktion, die zwar meist gering ausgeprägt ist, auf lange Sicht jedoch Krankheiten auslösen oder begünstigen kann. Neben zahlreichen Einzelprojekten ist die Entzündungsforschung der UMG in Forschungszentren und -verbünden organisiert:

 

 


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