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EU/MV: Validierung von Biomarkern und diagnostischen Tests bei Pankreatitis und Pankreaskarzinom




Kurzbeschreibung

Die Pankreatitis, eine akute oder chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse, ist die häufigste unter den Magen-Darm-Krankheiten, die zur Krankenhausaufnahme führt. In Deutschland werden jährlich 70.000 Patienten mit einer Pankreatitis im Krankenhaus stationär behandelt, von denen 1.500 mit der Erkrankung versterben. Neben Gallensteinen, vermehrtem Alkoholkonsum und Tabakrauchen gibt es eine zunehmende Zahl von erblichen Faktoren, die für die Entstehung einer Pankreatitis entscheidend sind. Diese zu identifizieren ist entscheidend für das Verständnis der Pathogenese und für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze und Medikamente. Sowohl zur Pathophysiologie, als auch zur Zellbiologie und Genetik der Pankreatitis besteht in Greifswald ein international ausgewiesener Forschungsschwerpunkt. Neben einer Reihe von erblichen Veränderungen wurde zuletzt von der Greifswalder Arbeitsgruppe in der SHIP-Studie und einer Kohorte von 1000 Patienten beschrieben, dass zum Beispiel Merkmale wie die Blutgruppe nicht nur die Höhe der Pankreasenzyme im Blut, sondern auch das Risiko der Entstehung der Pankreatitis beeinflussen.

gestauter Pankreasgang bei Krebs
Azinuszellen des Pankreas
Pankreaskarzinom

 

Die zu den Pankreaserkrankungen durchgeführten Projekte werden zum einen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Europäischen Union, aber auch vom Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Im vom Land geförderten Projekt wurde grade bei Patienten mit idiopathischer Pankreatitis neue genetische Risikoeigenschaften mittels Next Generation Sequencing identifiziert. Die Besonderheit dieses Projektes ist die sehr enge Kooperation mit der Firma Centogene in Rostock, die sich auf das Next Generation Sequencing und die Entwicklung von Diagnoseverfahren für seltene und erbliche Erkrankungen spezialisiert hat.

 

Das Pankreaskarzinom, die Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse, kann aus einer chronischen Pankreatitis entstehen und ist die dritthäufigste Krebstodesursache überhaupt. Nur 4-8% der Patienten überleben die ersten 5 Jahre nach Diagnosestellung. Der Grund für die schlechte Prognose liegt in der späten Diagnosestellung weil erst fortgeschrittene Tumore Symptome verursachen. Bei später Diagnose ist eine heilende Operation in der Regel nicht mehr möglich. Um Tumoren der Bauchspeicheldrüse in der Frühphase zu entdecken, reichen die bisher bildgebenden Verfahren meist nicht aus. Deshalb versucht ein Projekt des Greifswalder Pankreaszentrums über metabolische Biomarker zum einen die Diagnose des Pankreaskarzinoms früher zu stellen und zum anderen den Krebs der Bauchspeicheldrüse von einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse zu unterscheiden. In Zusammenarbeit mit einer Biotech-Firma in Berlin (Metanomics Health GmbH) wurden bereits 1.000 Patienten aus drei Universitätskliniken untersucht und eine sehr vielversprechende Biomarkersignatur entdeckt, die mit hoher Präzision zwischen einem Pankreaskarzinom und einer Pankreatitis unterscheiden kann. Die Nachfolgestudie, in der dieser Labortest auf der Basis von Metabolomics und Lipidomics bis zur klinischen Marktreife entwickelt werden soll, wird zurzeit vom Bundesministerium für Forschung und Technologie gefördert. Ziel der Biomarkerentwicklung ist sowohl bei der Pankreatitis als auch beim Pankreaskarzinom die frühere und sichere Diagnose und die Identifizierung von Patienten, die für eine personalisierte Therapie in Frage kommen.

Kontakt

Prof. Dr. Julia Mayerle

Universitätsmedizin Greifswald

Ferdinand-Sauerbruch-Straße

17475 Greifswald

gastro@uni-greifswald.de

Tel.: 03834 86-7230

 

 


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