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Arztinformation

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

seit Oktober 2014 gibt es an der UMG das Patient Blood Management als klinisches Projekt zur Patientensicherheit.

 

Was bedeutet Patient Blood Management?

Die WHO fordert seit 2011 die Einführung von Alternativen zur Bluttransfusion, das sog. Patient Blood Management.

Erkennung, Reduktion und Vermeidung von Anämien, Blutverlusten und Bluttransfusionen stehen hinter dem patientenspezifischen Behandlungskonzept des PBM. Durch medizinische, gesellschaftliche und ökonomische Veränderungen werden Blutkonserven zu einer immer knapper werdenden Ressource, die es gilt, gezielt, effektiv und sinnvoll zu nutzen.

Das Patient Blood Management baut sich auf 3 Säulen auf

  1. Anämiediagnostik und ggf. Therapie vor geplanten operativen Eingriffen mit hohem Transfusionsrisiko
  2. Strenge Indikationsstellung von Transfusionen durch Einhaltung der Empfehlungen der Querschnittsleitlinien der Bundesärztekammer
  3. perioperative Minimierung und Reduzierung des Blutverlustes durch Nutzung fremdblutsparender Maßnahmen

Warum ist die Erkennung und Behandlung einer Anämie so wichtig?

Laut WHO ist eine Anämie ab einem Hämoglobinwert von <7,4 mmol/l bei Frauen und <8,0mmol/l bei Männern definiert. Sie ist im Rahmen einer Erkrankung oder einer Operation mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen assoziiert. Prinzipiell soll deshalb jede Anämie präoperativ auf ihre Ursachen untersucht und nach Möglichkeit behandelt werden.

 

Die Behandlung einer Anämie hat nicht nur medizinische Aspekte. Durch den demographischen Wandel stehen immer weniger Blutspender zur Verfügung. Die Versorgung der Kliniken mit Blutkonserven ist nur mit hohem Aufwand zu gewährleisten. Durch die präoperative Anämiediagnostik- und Korrektur wird der Einsatz von Blutkonserven gesenkt. Somit helfen Sie als Arzt oder Ärztin aktiv mit, dieses kostbare Gut den Patienten zur Verfügung zu stellen, die zwingend auf Blutpräparate angewiesen sind.

 

 

Welche Risiken birgt eine Bluttransfusion?

Potentielle Risiken von Erythrozytenkonzentraten sind, trotz umfangreicher Austestung und sorgfältiger Auswahl von Blutspendern, die sehr seltene Übertragung von Bakterien, Virenoder auch Parasiten. Des Weiteren können nicht immunologisch vermittelte unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie die transfusionsassoziierte Volumenüberladung auftreten. Bluttransfusionen stellen ebenfalls als „Transplantation des flüssigen Organs Blut“ eine immunologische Herausforderung für den Empfänger dar. Immunologisch vermittelte Risiken können sein:

  • Allergische Transfusionsreaktionen
  • Sensibilisierung gegen erythrozytäre, leukozytäre oder thrombozytäre Allo-Antigene
  • Transfusionsindizierte ImmunmodulationTRALI (transfusionsinduzierte akute Lungeninsuffizienz)
  • Transfusionsindizierte Graft- versus- Host Reaktionen


Nicht zu vernachlässigen ist auch das Risiko einer Patienten-/ Konservenverwechslung und somit einer Fehltransfusion. Dieses Risiko ist mit 1:35.000 deutlich höher, als die meisten anderen Transfusionsrisiken.

Festgelegte Transfusionstrigger in den Querschnittsleitlinien der Bundesärztekammer sollen Ihnen als transfundierende Ärzte bei der Indikationsstellung zur Transfusion helfen. Unsere ärztlichen PBM- Kollegen stehen Ihnen jederzeit beratend zur Seite.

 

 

Wie kann der Blutverlust perioperativ reduziert werden?

Verschiedene Maßnahmen ermöglichen es uns und Ihnen, auch hier aktiv einzugreifen. Beispiele sind

  • Erhebung einer Gerinnungsanamnese des Patienten
  • Erhebung einer Medikamentenanamnese des Patienten
  • wenn medizinisch möglich, Pausierung gerinnungshemmender Medikamente (bei Fragen Gerinnungskonsil Tel: 19504)
  • Reduzierung und strenge Indikationsstellung von Blutabnahmen (Vermeidung iatrogener Anämien, insbesondere bei Intensivpatienten und Kindern)
  • intraoperatives Gerinnungsmanagement- z.B. Einsatz von Antifibrinolytika
  • Wärmemanagement des Patienten
  • Normokalzämie erhalten
  • Cell-Saver- Einsatz minimalinvasive/ mikrochirurgische Operationstechniken


Informationsmaterial

Zusammenfassung

Das Patient Blood Management ermöglicht es, durch die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit patienteneigene Ressourcen zu schonen und zu stärken. Erreichbar ist dies durch die o.g. Maßnahmen zur Erkennung und Therapie einer Anämie, zur Minimierung perioperativer Blutverluste, restriktiver diagnostischer Blutentnahmen, Gerinnungs- und Wärmemanagement sowie leitliniengerechter Transfusion.

 

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen das Projekt Patient Blood Management näher bringen und würden uns freuen, wenn Sie daraus Handlungsbedarf für Ihre ärztliche Tätigkeit ableiten können. Für Anregungen, Fragen, Tipps und Tricks sind wir unter folgenden Kontaktdaten für Sie erreichbar: 

 

Email: patientbloodmanagement@uni-greifswald.de 

Telefon: 03834/86-19368 oder 86-19504

Info: www.patientbloodmanagement.de 

 

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