Interdisziplinäre Schmerztherapie an der Universität Greifswald

Hochschulambulanz für Schmerztherapie

In einer speziellen Sprechstunde werden Patienten mit Schmerzen jeder Genese betreut. Im ambulanten Bereich liegt der Schwerpunkt bei Nicht- Tumor- Schmerzsyndromen.

Bei einer Chronifizierung hat der Schmerz seine ursprünglich protektive, also schützende Funktion verloren. Körperliche, psychische und soziale Faktoren tragen zur Entstehung und Unterhaltung chronischer Schmerzen bei. Somit erfordert das komplexe Krankheitsbild des chronischen Schmerzes meist einen interdisziplinären Behandlungsansatz. In der Schmerzambulanz arbeiten daher anästhesiologische Schmerztherapeuten und ein Psychologe zusammen.

Weiterhin bestehen enge Kooperationen mit den anderen Kliniken und Polikliniken der Ernst-Moritz-Arndt-Universität aber auch mit zahlreichen niedergelassenen Kollegen.

 

Therapieverfahren

Nach einer differenzierten schmerztherapeutischen und -psychologischen Diagnostik besprechen wir die Perspektiven der Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten.

Für jeden Patienten wird ein zeitlich und inhaltlich abgestufter Therapieplan erstellt.

 

Bei der Entstehung chronischer Schmerzen hat der Schmerz seine ursprünglich schützende Funktion verloren und wird zum eigenständigen Krankheitsbild. Neben körperlichen Symptomen führen auch psychische und soziale Faktoren zu einer schwerwiegenden Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Grundlage unserer Behandlung ist deshalb die multimodale Schmerztherapie, d.h. neben rein medizinischen Therapien finden immer auch psychologische Verfahren, Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie, Entspannungsverfahren und ggf. Ergotherapie Anwendung.

Es bestehen enge Kooperationen mit den anderen Kliniken und Polikliniken der Ernst-Moritz-Arndt-Universität aber auch mit zahlreichen niedergelassenen Kollegen.

 

Im ambulanten Bereich finden abhängig von der jeweiligen Diagnose vorwiegend folgende Verfahren Anwendung:

 

  • Medikamentöse Therapie
  • Ambulante Medikamentenentzugsbehandlungen
  • Psychologische Schmerztherapie
  • Schmerzbewältigungstraining
  • Entspannungsverfahren (z.B. Progressive Muskelrelaxation)
  • Medizinische Trainingstherapie (in Kooperation)
  • Komplementärmedizinische Behandlungsverfahren
  • Diagnostische und therapeutische Nervenblockaden
  • Rückenmarknahe Anästhesien
  • Indikationsstellungen für rückenmarksnahe Verfahren (z.B. SCS) im interdisziplinären Team

 

 

Psychologische Schmerztherapie

Schmerzen sind als biologischer Vorgang zu betrachten. Spätestens dann aber, wenn Schmerzen zu einem Dauerproblem werden, sind auch soziale und psychische Bereiche berührt. Die Bewältigung einer chronischen Erkrankung stellt die Patienten vor neue Probleme. Eine integrative Vorgehensweise wird nötig. Im Konzept der Schmerzambulanz finden soziale und psychische Umstände in Diagnostik und Therapie Berücksichtigung.

Zu den Aufgaben des Psychologen gehören neben Anamneseerhebung und psycho-sozialer Diagnostik, Psychologische Schmerztherapeutische Verfahren wie:

 

  • Die Erarbeitung eines bio-psycho-sozialen Krankheitsverständnisses
  • Informationsvermittlung zur Schmerzwahrnehmung und –chronifizierung
  • Vermittlung des Zusammenhangs zwischen Muskelanspannung und Schmerz
  • Erlernen des Entspannungsverfahrens PMR
  • Einfluss von Gedanken und Gefühlen auf Körper und Verhalten, einschl. der Arbeit an der Identifizierung und Umbewertung negativer Gedanken
  • Auslöser und Verstärker von Schmerz
  • Äußere und innere Ablenkung (Aktivitätsaufbau, Genusstraining, Phantasiereisen)
  • Problemlösetraining
  • Rückfallprophylaxe („Notfallkoffer“)

 

Neben dem Schmerzbewältigungstraining, das in Gruppen durchgeführt wird, werden psychologische Einzelgespräche angeboten, um individuelle Problemstellungen zu besprechen, Hilfe zur eigenständigen Problembewältigung und Veränderung von Denk- und Verhaltensweisen zu geben. Auch der Umgang mit Symptomen im Rahmen von Komorbiditäten / Begleiterkrankungen wie Depression oder Angststörungen (z.B. Grübeln, Vermeidung) kann thematisiert werden. Je nach Symptomschwere kann auch eine stationäre oder ambulante Psychotherapie empfohlen werden und die dazu notwendigen Schritte erklärt werden.

 

AKTUELLES