Hypospadie

Über 25 operative Hypospadie-Korrekturen im Jahr belegen die große Erfahrung unseres Teams von speziell ausgebildeten Kinderchirurgen.

Unterstützt werden wir von erfahrenen, speziell ausgebildeten Kinderkrankenschwestern, die Ihren Sohn (und Sie) während der drei Tage stationären Aufenthalt liebevoll umsorgen.

(=Fehlmündung der Harnröhre)

 

Was ist eine Hypospadie?

Eine Hypospadie ist eine angeborene Fehlbildung der Harnröhre. Diese endet nicht an der Spitze der Glans sondern an der Unterseite des Penis. Oft besteht dadurch eine schlechte Kontrollierbarkeit des Harnstrahls. Zusätzlich kann eine Penisschaftkrümmung (Chordee) auftreten, die je nach Ausmaß bei Erektion Schmerzen verursachen und zu einer deutlichen Einschränkung beim Geschlechtsverkehr führen kann. Die psychosoziale Entwicklung des Kindes, insbesondere in der Pubertät, kann dadurch deutlich negativ beeinflusst werden.

 

Wie wird eine Hypospadie diagnostiziert?

Bei der Hypospadie handelt es sich um die häufigste urogenitale Fehlbildung beim Jungen. Etwa 5 von 1000 männlichen Säuglingen sind davon betroffen. Die Diagnose erfolgt nach der Geburt. Es zeigt sich eine sogenannte dorsale Präputialschürze, d.h. die Vorhaut im Bereich der Vorderseite des Penis ist wie eine Schürze vergrößert und bedeckt die Glans. Beim genauen Hinsehen entdeckt man die Fehlmündung der Harnröhre an der Unterseite des Penis. Meistens handelt es sich um eine kleine, punktförmige Öffnung. Beim Wasserlassen fließt der Harnstrahl aus dieser Fehlmündung.

 

Wie wird eine Hypospadie behandelt?

Der ideale OP-Zeitpunkt liegt zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat. Die meisten Hypospadien (ca. 85%) treten im Bereich des distalen Penisschaftes auf. Bei der Operation wird der fehlende Teil der Harnröhre plastisch rekonstruiert und die Penisschaftverkrümmung korrigiert. Der Blasenkatheter zur Schienung der neuen Harnröhre wird bereits nach 48 Stunden entfernt. Eine Harnableitung durch die Bauchdecke ist nicht notwendig. In unserer Klinik kann sich der Patient nach der OP in vollem Umfang bewegen und muss nicht mehr im Bett fixiert werden. Der Krankenhausaufenthalt beträgt nur vier Tage.

 

Häufige Fragen:

Muss eine Hypospadie notfallmäßig operiert werden? - Es handelt sich NICHT um einen Notfall. Wichtig ist eine Sonographie der Nieren und ableitenden Harnwege um andere Fehlbildungen auszuschließen. <

Wie laufen die Operation und der stationäre Aufenthalt ab? - Die stationäre Aufnahme, auf Wunsch natürlich in Begleitung eines Elternteils, erfolgt am Vortag der OP. Präoperativ werden eine Ultraschalluntersuchung, ein ausführliches  Aufklärungsgespräch mit dem Oberarzt und ein Anästhesiegespräch durchgeführt. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert ca. 2 Stunden. Die Entlassung erfolgt am 3. postoperativen Tag.

Welche Komplikationen können auftreten und wie erfolgt die Nachkontrolle? - Die häufigste postoperative Komplikation ist eine Harnfistel, d.h. der Urin fließt nicht aus der neu konstruierten Harnröhrenöffnung an der Spitze der Glans sondern durch eine Öffnung im Bereich der Naht. Weltweit beträgt diese Komplikationsrate 5% - 20%. Als weitere mögliche Komplikation ist die Verengung der Harnröhre zu nennen. Die engmaschige Nachsorge mit regelmäßiger Harnstrahldruckmessung und Restharnbestimmung erfolgt in unserer kinderurologischen Sprechstunde.

 

Kontakt:

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax: 03834-86 7038
Email: kinderchirurgie@uni-greifswald.de