Neurogene Blase

Was ist eine neurogene Blase?

Die neurogene Blase des Kindes ist überwiegend eine Folge angeborener Neuralrohrdefekte in Folge einer Schlussstörung im Wirbelsäulenbereich. In seltenen Fällen kann eine neurogene Blasenfunktionsstörung im Kindesalter auch die Folge von Traumata, Entzündungen und Tumoren sein. Hierbei kommt es zu einer Fehlfunktion der Blasenmuskulatur und der Schließmuskulatur. Es kann sich als unfreiwilliger Urinverlust (Harninkontinenz) oder als Schwierigkeit die Blase zu entleeren (Blasenentleerungsstörung) darstellen.
Die Blase dient als Speicher für den von den Nieren produzierten Urin. Eine Funktionsstörung der Blase kann auf Dauer - und im schlimmsten Fall zu einer nicht mehr behandelbaren Schädigung der Nieren führen.

 

Therapieziele:

Die Therapieziele einer neurogenen Blasenfunktionsstörung sind:

1. Schutz bzw. Verbesserung der Nierenfunktion

2. Optimierung der Blasenentleerung

3. Harnkontinenz

Um eine optimale Therapie gewährleisten zu können ist die Art der Fehlfunktion von Blase und Schließmuskel sowie die Funktion von Nieren und Harnleiter mittels diagnostischer Untersuchungen zu ermitteln. Hierzu gehören  die Ultraschalluntersuchung, Urinuntersuchung, Blasendruckmessung, Miktionscystourethrogramm und Szintigramm. Je nach Art der Fehlfunktion stehen konservative  und operative Therapieformen zur Verfügung. Konservative Behandlungsformen wären z.B. Einmalkatheterismus, Pharmakotherapie und Blaseninstillation. Operative Therapien umfassen z.B. die Einspritzung von Botulinum Toxin (Botox) in die Muskulatur der Blase, Blasenaugmentation und die kontinente kutane Harnableitung.

 

Kontakt:

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax: 03834-86 7038
Email: kinderchirurgie@uni-greifswald.de

 

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