Choledochuszyste

Eine Choldedochuszyste ist eine kongenitale cystische Erweiterung des Ductus choledochus. Es wurde erstmals 1852 von Douglas beschrieben. Choledochuszysten sind sehr selten. Die Häufigkeit ist 1: 100 -200.000.

Die Ätiologie ist unklar. Es  gibt verschiedene Theorien. Eine berühmte Theorie ist die "Common channel"- Theorie. In dieser Theorie handelt es sich um einen intrauterinen pancreatico-choledochalen Reflux, bei dem Pankreassekret und Galle in den Choledochus zurückläuft und eine Cholangitis hervorruft. In diesem Zusammenhang entsteht entweder eine Stenose, welche zur eine primären Dilatation oder zur eine prestenotische Dilatation des Choledochus führt.

 

Die Klinische Symptomatik ist vielfältig. Entweder besteht eine sogenannte typische "Trias Symptomatik":

  • Bauchschmerzen
  • Ikterus
  • Tastbare Raumforderung im Oberbauch

 

Oder es wird später durch assoziierte Komplikationen klinisch symptomatisch:

  • Cholangitis
  • Choledocholithiasis
  • Hepatolithiasis
  • Pankreatitis
  • Portale Hypertension
  • Maligne Entartung

 

Einteilung

  • Typ I:
    Zystenbildung im Bereich des Ductus choledochus/hepaticus communis
  • Typ Ia:
    Diffuse Erweiterung des Ductus choledochus
  • Typ Ib:
    Segmentale Erweiterung des Ductus choledochus
  • Typ Ic:
    Diffuse/zylindrische Erweiterung des Ductus choledochus/hepaticus communis
  • Typ II:
    Divertikelartige Erweiterung des Ductus choledochus
  • Typ III:
    Divertikelartige Erweiterung des Ductus choledochus innerhalb der Duodenalwand
  • Typ IV:
    Kombination Typ I mit Erweiterung intrahepatischer Gallenwege Carroli

Die Diagnose wird mit Sonografie festgestellt. Es kann ein pränatal oder postnatal erweiteter Choldechus dargestellt werden. Bei dem sonografischen Verdacht wird ein MRCP durchgeführt. Der Vorteil von einem MRCP: es ist eine nicht invasive Untersuchung. Die andere mögliche Untersuchung  ist ein ERCP. Der Nachteil dieser Untersuchung ist, dass es eine invasive Untersuchung ist und es kann postkonvertionelle aszendierende Infektion auftreten. Der Vorteil ist, dass man bei Diagnosestellung therapeutisch eine Papillotomie durchgeführen kann.

 

Therapie

  • Typ I:
    Radikale Resektion inkl.  GB und Hepatikoduodenostomie/Hepatikojejunostomie mit Roux-Y Anastamose
  • Typ II:
    Exzision des Divertikels
  • Typ III:
    Bei Choledochozellen < 3cm- endoskopische Papillotomie
    Bei Choledochozellen > 3cm- transduodenale Exzision der Zyste
  • Typ IV:
    Bei Beschränkung der Zysten auf den linken Leberlappen- Hemihepatektomie
    Sonst:
    Exzision der exstrahepatischen Zysten mit Hepatikojejunostomie
  • Typ V (Carroli):
    Hemihepatektomie bei unilobulärem Typ
    Passagere Drainage und Lebertranplantatıon beı diffusen Typ