Lungensequester

Synonym: bronchopulmonaler Sequester

Als Lungensequester (LS) wird ein funktionsloser Lungenanteil bezeichnet, der nicht am Gasaustausch der Lunge teilnimmt. Diese Fehlbildung ist angeboren und macht 0,2-0,6% aller angeborenen Fehlbildungen aus.

Es gibt zwei Arten von LS, wobei die extralobären bei Säuglingen und Kleinkindern häufiger sind. Sie werden meist vor der Geburt (pränatal) im Routineultraschall erkannt. 

 

 

Abbildung zweier Arten eines Lungensequesters: innerhalb des betroffenen Lungenlappens (intralobär, 84%) oder außerhalb der Lunge (extralobär, 16%). Abbildung modifiziert nach Ashcraft´s Pediatric Surgery, 5th edition, chapter 22

 

Angeborene LS sind in den meisten Fällen unproblematisch für das Neugeborene und führen nur selten zu Beeinträchtigungen. Eine chirurgische Therapie in Form einer Entfernung der Fehlbildung ist dementsprechend nur selten notwendig und wird meist gut vertragen.

Die Prognose ist abhängig von Begleiterkrankungen und in der Regel gut.

 

Literatur:

  • Cooke CR: Bronchopulmonary sequestration. Respir Care 2006; 51: 661-664
  • Gluer S, v Schweinitz D: Fehlbildungen und Erkrankungen der Lunge, der Pleura und des Mediastinums. In v Schweinitz D, Ure B: Kinderchirurgie. Springer 2009
  • Salmons S: Pulmonary sequestration. Neonatal Netw 2000; 19: 27-31
  • Savic B, Birtel Fj, Tholen W, Funke HD, Knoche R: Lung sequestration: report of seven cases and review of 540 published cases. Thorax 1979; 34:96-101
  • Qian X, Sun Y, Liu D, Wu X, Wang Z, Tang Y: Pulmonary sequestration: a case report and literature review. Int J Cin Exp Med 2015; 8: 21822-21825
  • Wei Y, Li F: Pulmonary sequestration: a retrospective analysis of 2625 cases in China. Eur J Cardiothorac Surg 2011; 40: e39-e42

 

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