Obstipation (Verstopfung)

Obstipation

Definition:

Eine Obstipation (Verstopfung) kann am besten als Stuhlretention (Stuhlverhaltung) infolge unvollständiger Stuhlentleerung beschrieben werden. Alle Kinder haben irgendwann mal Stuhlgangsprobleme im Sinne einer Obstipation. Eine wichtige Rolle spielt dabei wie lange diese andauert. Von einer chronischen Obstipation spricht man bei einer Beschwerdedauer von mehr als 2 Monaten. Eine Obstipation kann mehrere Ursachen haben. Man unterscheidet zwischen selten auftretenden organischen und häufig auftretenden funktionellen Ursachen.

Deshalb ist die Anamnese und die klinische Untersuchung, vor allem des Rektums und der Afterregion, bei Obstipation ein sehr wichtiger Bestandteil des Arztbesuches. Durch die Fragen und Untersuchungsbefunde kann der Arzt meist schon eine Reihe von Diagnosen ausschließen.

 

Symptome:

Die Hauptsymptome, die sich aus einer Stuhlretention ergeben sind vielfältig. Darunter fallen Bauchschmerzen, meist rezidivierend und kurz anhaltend. Des weiteren zählen dazu Defäkationsschmerz, oft großkalibriger und harter Stuhl, unwillkürlicher Stuhlabgang, Analfissuren, perinale Entzündungen, Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen und ausladendes Abdomen.

 

Diagnostik:

Die nach der klinischen Untersuchung eventuell durchzufühende Diagnostik hängt von der Verdachtsdiagnose des Arztes ab und reicht von der Urinuntersuchung über Blutentnahme, anorektale Manometrie, Kolon-Kontrasteinlauf, Rektoskopie/Sigmoidskopie mit Probenentnahme bis hin zu Ultraschall, radiologischer Untersuchung, Defäkographie, MRT und Kolontransitzeit. Es muss jedoch zwischen dem Nutzen der Untersuchung und der Belastung, die dadurch für das Kind entstehen, abgewogen werden.

 

Behandlung:

Die meisten organischen Erkrankungen können konservativ behandelt werden. In den seltesten Fällen ist eine Operation zur Behebung der Grunderkrankung notwendig. Bei funktioneller Ursache kann teilweise schon mit einer ballaststoffreichen Ernährung und einer Trinkmenge von mindestens 1,5-2 liter pro Tag und Toilettentraining eine Verbesserung erreicht werden. Bei schwerer und schon länger andauernden Obstipation ist fast immer eine initiale Darmentleerung durch z.B. Einläufe oder Zäpfchen notwendig. Daran sollte sich immer eine Erhaltungstherapie meist mit oralen Medikamenten anschließen. Diese muss oft Wochen bis Monate lang durchgeführt werden, dass der Darm sich erholen kann.
In schwierigen Fällen kann die Betreuung durch einen Kinderpsychologen hilfreich sein. Das Ziel der Behandlung ist eine schmerzfreie regelmäßige Defäkation zu erreichen.

 

Häufige Fragen:

Was kann ich als Elternteil tun um den Arztbesuch so effektiv wie möglich zu gestalten? - Sie können mit Ihrem Kind zusammen vor dem Arztbesuch für einige Wochen ein Stuhlprotokoll führen und dieses zum Arztbesuch mitbringen. Dies kann dann schon erste Hinweise für den Arzt liefern.

Wodurch wird die funktionelle Obstipation verursacht? - Manchmal findet sich primär keine identifizierbare Ursache. Bei Kindern können jedoch folgende Ursachen vorliegen:

  • unausgewogene Ernährung
  • geringe Flüssigkeitszufuhr
  • Bewegungsmangel
  • Ignorieren des Stuhldranges und "vergessen" auf die Toilette zu gehen
  • unterdrücken des Stuhldranges bei schmerzhafter Stuhlentleerung
  • psychisch-emotionale Faktoren

Warum ist es so wichtig, eine Obstipation zu behandeln? - Bei beginnender Obstipation kann sich leicht eine Art "Teufelskreis" entwickeln: harter Stuhl führt zu schmerzhafter Stuhlentleerung, wodurch wiederum ein Stuhlverhalten durch das Kind resultiert. Durch den Stuhlverhalt kann es so zur Ansammlung großer und harter Stuhlmengen im Rektum kommen, was einen verminderten Dehungsreiz und damit eine verminderte Wahrnehmungsschwelle des Stuhldranges zur Folge hat.

 

Kontakt:

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax: 03834-86 7038
Email: kinderchirurgie@uni-greifswald.de

 

« zurück zur Übersicht