Hämangiom

Definition:

  • Gefäßfehlbildung infolge Fehlsteuerung während der Embryogenese
  • Häufigkeit von ca. 3% aller Säuglinge autretend 

 

Symptome:

  • bunt vielfältiges Erscheinungsbild (Blutgefäßknäuel an der Hautoberfläche oder auch unter der Haut oder in Körperhöhlen und inneren Organen liegend)
  • unterschiedlichste Formen von "Pünktchen" bis flächiger Ausbreitung
  • an unterschiedlichesten Körperteilen liegend
  • nach Geburt auftretend mit Größenwachstum mit und ohne Blutung
  • spontane Rückbildung möglich, aber auch rasche Größenzunahme mit starker Beeinträchtigung
  • Formen: Feuermahl, Blutschwämmchen, Hämangiom, Spidernaevi, Portwein Stain u.a.

 

Diagnostik:

  • "Blickdiagnose" beim Spezialisten
  • Größenvermessung
  • Fotodokumentation

  • ggf. Ultraschalluntersuchung
  • Verlaufsbeobachtung durch Anbindung an Spezialsprechstunde
  • bei "inneren" Hämangiomen apparative Diagnostik wie Angio-MRT, Blasen- oder Darmspiegelung
  • ggf. Gerinnungsdiagnostik bei multiplen Auftreten oder sehr großen Formen 
    (Kasabach Merritt Syndrom)

 

Behandlungsbedarf / konservative Behandlung:

  • nicht alle Hämangiome sind behandlungspflichtig, da eine Rückbildungstendenz im
    1. oder bis zum 6. Lebensjahr besteht

  • bei ausgeprägter Größenprogredienz mit Befall wichtiger Strukturen, Entstellung oder Irritationsneigung ist eine Behandlung notwendig

 

Operation:

Früher wurden viele Hämangiome alleine durch eine Operation therapiert. Dies hatte eine mitunter entstellende Narbe zur Folge. Heute wird ein multimodales Therapiekonzept gefahren.

Nach Diagnostik werden die meisten Hämangiome primär im Verlau beobachtet. Kritische Hämangiome können einer Lasertherapie (Farbstofflaser und Neodym-YAG-Laser) zugeführt werden. Damit können diese ohne große Narbenbildung geheilt werden. Sehr tief gehende Hämangiome können auch punktiert und nachfolgend von innen (interstitiell) gelasert werden. Diese Behandlung muß wiederholt werden.

Extrem schnell wachsende und entstellende Hämangiome an Gesicht, Körperstamm und Extremitäten können uU. mit einem Blutdruck senkendem Medikament (Propranolol) behandelt werden. Dies stellt derzeit noch keine Leitlinien konforme Behandlungsstrategie dar, kann aber im Einzelfall nach vorausgegangener kardiologischer Diagnostik nach Absprache mit den Eltern vorgenommen werden.

Führen große Gefäße in das Hämangiom ist mitunter eine Embolisation notwendig. Dabei werden die versorgenden Gefäße unter röntgenologischer Kontrolle verödet. Nachfolgend kann die Lasertherapie fortgesetzt und oder eine plastisch chirurgische Therapie angewandt werden.

 

Ergebnisse:

  • überwiegend gute Ansprechrate der Therapie
  • bei Lasertherapie mehrere Sitzungen im Intervall notwendig
  • wenig Komplikationen durch Eiswürfeltechnik unter Schonung der Haut

 

Häufige Fragen:

Wie oft muss behandelt werden? - In Abhängigkeit von der Größe ca. 3-4 mal.

Hat mein Kind Schmerzen? - Durch die Laserung in Kurznarkose, Vorkühlung beim Lasern und Gabe vom Schmerzmitteln kaum.

Kann ich mein Kind betreuen? - Ja, wir haben täglich großzügiges Besuchsrecht oder auch die Möglichkeit der stationären Mitaufnahme der Mütter.

Ist die Narkose für mein Kind gefährlich? - Wir haben erfahrene Kinderanästhesisten, welche täglich Kinder betreuen.

Wer darf Lasern? - Ärzte mit Zertifikat nach Besuch eines Laserkurses und erworbenen klinischen Erfahrungen.

 

Kontakt:

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax: 03834-86 7038
Email: kinderchirurgie@uni-greifswald.de

 

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