Uretermündungsstenose

Was ist ein Megaureter?

Der Urin wird von der Niere ins Nierenbecken abgegeben. Von dort wird er über den Harnleiter zur Harnblase transportiert. Man spricht von einer Erweiterung des Harnleiters, wenn dessen Durchmesser ≥ 6 mm beträgt. Ursachen für eine Harnleitererweiterung sind (1) eine Engstelle am Übergang des Harnleiters in die Harnblase, (2) das Zurückfließen des Urins aus der Harnblase in den Harnleiter (vesikoureterorenaler Reflux) oder (3) eine Gewebsschwäche, die dazu führt, das sich der Harnleiter nicht zusammenziehen kann und so mit Urin aufgefüllt und gedehnt wird. Dabei kann es zu einem Rückstau von Urin bis ins Nierenbecken ( = Hydronephrose) kommen.

Eine Harnleitererweiterung mit oder ohne Erweiterung des Nierenbeckens kann in manchen Fällen bereits vor der Geburt im Ultraschall diagnostiziert werden. Oftmals handelt es sich jedoch um einen Zufallsbefund bei symptomfreien Kindern.

 

Wie wird ein Megaureter diagnostiziert?

Die Aufweitung des Harnleiters mit oder ohne Erweiterung des Nierenbeckens ist im Ultraschall sichtbar. Diese Untersuchung kann ambulant, z.B. im Rahmen unserer kinderurologischen Spezialsprechstunde durchgeführt werden. Je nach Ausprägung des Befundes erfolgt zusätzlich eine Nierenszintigraphie. Diese Untersuchung erlaubt eine seitengetrennte Beurteilung der Nierenfunktion und der Harnabflussverhältnisse. Um das Zurückfließen des Urins aus der Harnblase in den Harnleiter (vesikoureteraler Reflux) auszuschließen, das ebenfalls mit einer Aufweitung des Harnleiters einhergehen kann, ist unter Umständen die Durchführung eines Miktionszysturethrogramms notwendig. Nierenszintigraphie und Miktionszysturethrogramm können ambulant erfolgen.

 

Wie wird ein Megaureter behandelt?

Ist die Funktion der betroffenen Niere durch die Harnstauung nicht eingeschränkt kann eine konservative Therapie erfolgen. Dazu gehört eine Hohlwegsprophylaxe, also die Einnahme eines niedrig dosierten Antibiotikums zur Verhinderung von Niereninfektionen. Zusätzlich werden regelmäßig Ultraschallkontrollen durchgeführt und der Krankheitsverlauf genau dokumentiert.

Bei einer Nierenfunktionseinschränkung aufgrund der Harnstauung erfolgt eine Operation. Zunächst wird der Harnleiter von der Blase abgetrennt und im Bereich der Bauchdecke ausgeleitet. Der Urin kann einfach abfließen und Harnleiter sowie Niere können sich erholen. Der Patient wird nach Abschluss der Wundheilung nach Hause entlassen. Es erfolgen engmaschige Ultraschallkontrollen. Zusätzlich wird über einen Katheter der Druck im ausgeleiteten Harnleiter gemessen. Diese Untersuchungen werden ambulant durchgeführt. Erreicht der Druck im Harnleiter wieder normale Werte erfolgt eine Rückverlagerung des Harnleiters, also ein erneuter Anschluss an die Harnblase. Diese Operation findet ca. 12 Monate nach dem ersten Eingriff statt.  Der Anschluss des Harnleiters an die Harnblase (Uretrocystoneostomie) wird unter Verwendung feinster, resorbierbarer Nahtmaterialien mit der Lupenbrille durchgeführt. Intraoperativ wird eine Schiene, ein sogenannter Doppel-J-Katheter, in den Harnleiter eingebracht um einen problemlosen Urinabfluss zu gewährleisten. Das ist notwenig, da nach der Operation Schwellungen des Gewebes auftreten können, die den Harnabfluss vom Harnleiter in die Blase behindern können.

Der Doppel-J-Katheter wird nach ca. 6 Wochen mittels Blasenspiegelung in Kurznarkose entfernt. Die Uretrocystoneostomie ist mit einer Erfolgsrate von ca. 90 % eine ausgezeichnete und sichere Methode zur Wiederherstellung der Kontinuität im Bereich des oberen Harntraktes.

 

Häufige Fragen:

Muss ein Megaureter notfallmäßig operiert werden? - In der Regel handelt es sich NICHT um einen Notfall. Wichtig ist zu erkennen ob eine Einschränkung der Gesamtnierenleistung besteht, ob der Befund einseitig ist und ob Harnwegsinfekte bestehen. Bei Vorhandensein dieser Faktoren kann unter Umständen ein schnelles Vorgehen indiziert sein.

Ist die Prophylaxe mit Antibiotika wirklich notwendig und wenn ja, wie lange und schadet diese? - Je nach Befund kann es notwendig sein bei einer Erweiterung der ableitenden Harnwege eine niedrig dosierte Antibiotikaprophylaxe durchzuführen. Durch die niedrige Dosierung treten in der Regel keine ernsthaften Nebenwirkungen und keine vermehrte Infektanfälligkeit bei den Kindern auf.

Wie laufen die Operation und der stationäre Aufenthalt ab? - Die stationäre Aufnahme, auf Wunsch natürlich in Begleitung eines Elternteils, erfolgt am Vortag der OP. Präoperativ werden eine Ultraschalluntersuchung, ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem Oberarzt und ein Anästhesiegespräch durchgeführt. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert ca. 2 Stunden. Postoperativ werden regelmäßige Ultraschallkontrollen durchgeführt. Die Entlassung erfolgt zwischen dem 5. und 7. postoperativen Tag. Der intraoperativ eingelegte Doppel-J-Katheter wird nach 6 Wochen mittels Zystoskopie in Kurznarkose entfernt. Bis dahin wird eine Antibiotikaprophylaxe durchgeführt.

Welche Komplikationen können auftreten und wie erfolgt die Nachkontrolle? - Generell sind Komplikationen sehr selten. Zu nennen sind Infektionen und Wundheilungsstörung, aber auch spezielle Komplikationen wie das Austreten von Urin im Bereich der Naht und erneute Verengung des Ureters durch Narbenbildung. Die engmaschige Nachkontrolle erfolgt in unserer Spezialsprechstunde zur Beurteilung des Nierenwachstums und Erkennen von ev. Folgeerkrankungen. Die Aufweitung des Harnleiters mit oder ohne Erweiterung des Nierenbeckens ist im Ultraschall sichtbar. Diese Untersuchung kann ambulant, z.B. im Rahmen unserer kinderurologischen Spezialsprechstunde durchgeführt werden. Je nach Ausprägung des Befundes erfolgt zusätzlich eine Nierenszintigraphie. Diese Untersuchung erlaubt eine seitengetrennte Beurteilung der Nierenfunktion und der Harnabflussverhältnisse. Um das Zurückfließen des Urins aus der Harnblase in den Harnleiter (vesikoureteraler Reflux) auszuschließen, das ebenfalls mit einer Aufweitung des Harnleiters einhergehen kann, ist unter Umständen die Durchführung eines Miktionszysturethrogramms notwendig. Nierenszintigraphie und Miktionszysturethrogramm können ambulant erfolgen.

 

Kontakt:

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax: 03834-86 7038
Email: kinderchirurgie@uni-greifswald.de

 

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