Studie zur Anwendung von Telemedizin in der kinderchirurgischen Notfallversorgung

Studiendetails

1 Wissenschaftlicher Hintergrund

Ein vierundzwanzigstündiger kinderchirurgischer Facharztstandard ist in der pädiatrischen Notfallbetreuung für einen Maximalversorger unabdingbar. Zur Besetzung sind mindestens drei Fachärzte notwendig. Diese sind heute:

- schwer zu bekommen

- schwer ökonomisch abbildbar, da kinderchirurgische Notfälle selten sind

- häufig nur zur Beratung, Beurteilung und Zweitmeinung erforderlich, selten für operative Eingriffe.

Eine Lösungsmöglichkeit bietet die Telemedizin. Durch überregionale Vernetzung können wenige kinderchirurgische Fachärzte auch große räumliche Gebiete kompetent betreuen. Bei der Indikation zur Notfall-OP oder vitalen Bedrohung des Kindes kommt der Facharzt natürlich wie bisher auch unverzüglich selbst in die Klinik.

Dieses Konzept ist in den USA, Kanada und den skandinavischen Ländern bereits weit verbreitet und etabliert (Ellis et al. Int J Circumpol Health 2019, Brova et al Acad Emerg Med 2018). Auch in Deutschland zeigt eine aktuelle Studie zur Telemedizin in der postoperativen Routine‑Nachsorge kinderchirugischer Patienten sehr gute Ergebnisse (Gödecke et al. J Pediatr Surg 2019). Letztlich ist Telemedizin nichts anderes als die Erweiterung des bisherigen telefonischen Facharztkonsils auf die visuelle Dimension.

 

2 Fragestellung/Hypothese

Ist die Qualität der Behandlung des telemedizinisch anwesenden FA gleich wie die Qualität der Behandlung des physisch anwesenden FA?