Ösophagusatresie

Symptome:

Ösophagusatresie ist eine angeborene Fehlbildung, bei der eine Unterbrechung der Speiseröhre im Vordergrund steht: Entweder hat die Speiseröhre keine Verbindung zum Magen und mündet in die Luftröhre oder sie hat eine so starke Verengung (Stenose), dass keine Nahrung passieren kann. Die verschieden Formen der Ösophagusatresie werden nach VOGT eingeteilt:

  • Vogt Typ I: Die obere Speiseröhre endet als Blindsack
  • Vogt Typ II: Atresie ohne Verbindung zur Luftröhre
  • Vogt Typ IIIa: Verbindung zur Luftröhre des oberen Segments, das untere Segment endet im Blindsack
  • Vogt Typ IIIb: Verbindung zur Luftröhre des unteren Segments, das obere Segment endet im Blindsack
  • Vogt Typ IIIc: Verbindung zur Luftröhre von oberen und unteren Segment
  • Vogt Typ IV: Keine Atresie der Speiseröhre aber Verbindung zur Luftröhre (sog. "H-Fistel")

 

Die neugeborenen Patienten fallen durch Husten, Speicheln und Verschlechterung ihres Allgemeinzustandes auf. Bei Vogt IV leiden die erkrankten Säuglinge an wiederholten Aspirationspneumonien (Lungenentzündungen).

 

Diagnostik:

Vorgeburtlich weist ein Polyhydramnions (zu viel Fruchtwasser) im Ultraschall auf eine mögliche Ösophagusatresie hin. Ein federnder Stopp nach Sondierung der Speiseröhre ist hinweisend auf eine Ösophagusatresie. Magensaft kann nicht aspiriert werden. Eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes zeigt die Luftfüllung des oberen Blindsackes (sog. Medaillonzeichen), und gegebenenfalls eine Luftfüllung des Darmes als Hinweis auf eine untere Fistel.

 

Behandlungsbedarf / konservative Behandlung:

Es besteht eine Operationsindikation.

 

Operation:

Die Operation werden beide Ösophagussegmente per End-zu-End-Anastomose miteinander verbunden, dies kann auch mit minimalinvasiven Operationsmethoden erfolgen. Eine bestehende Fistel zur Luftröhre wird verschlossen. Bei langstreckigen Atresien kommen Techniken zur Verlängerung der Speiseröhre zum Einsatz.

 

Ergebnisse:

Die Prognose ist abhängig von der Ausprägung der Ösophagusatresie, von weiteren Fehlbildungen, der frühzeitigen Therapie, sowie dem Reifegrad und dem Geburtsgewicht des Neugeborenen. Bei manchen Kindern entwickelt sich im Bereich der Anastomose eine Enge, die bougiert werden muss.

 

Häufige Fragen:

Kann mein Kind nachher alles essen? - Besteht keine Enge im Bereich der Speiseröhre kann das Kind alles essen.

Sind Kontrollen erforderlich? - Bei guter Gewichtentwicklung und Nahrungsaufnahme sind keine Kontrollen erforderlich.

Hat mein Kind Schmerzen beim Schlucken? - Schmerzen beim Schlucken sind nicht zu erwarten.

 

Kontakt:

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax: 03834-86 7038
Email: kinderchirurgie@uni-greifswald.de

 

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