Home (ALT)  Allg. Kinderchirurgie  Erkrankungen & Behandlungen  Vesicoureteraler Reflux

Universitätsmedizin Greifswald Universität Greifswald


Zur Startseite

Suche
   Klinik      Presse      Kinder und ihre Geschichten      Forschung/Lehre      Kontakt   
Angeborene Fehlbildungen

CHI

Trichterbrust

Kinderurologie/Hypospadie

Kinderonkologie

Allg. Kinderchirurgie








Patienteninfo




Hilfe Patienten aus dem Ausland




Erkrankungen & Behandlungen




Web-Links




Intern





(=Rückfluss von Harn aus der Blase über den Harnleiter in das Nierenbecken)

 

Was ist ein VUR?

  • Der Urin wird von der Niere ins Nierenbecken abgegeben. Von dort wird er über den Harnleiter zur Harnblase transportiert. Der Übergang Harnleiter-Harnblase ähnelt einem Ventil, welches zulässt, dass Urin in die Blase gelangt, dieser Urin aber nicht zurück in den Harnleiter fließen kann. Beim Wasserlassen steigt der Druck in der Harnblase. Bei einer Funktionseinschränkung am Übergang Harnleiter-Harnblase kann es dazu kommen, dass Urin zurück in den Harnleiter fließt. Bei einer schweren Funktionsstörung kann der Urin bis ins Nierenbecken zurückfließen und zu einer Erweiterung des Harnleiters und Nierenbeckens (= Hydronephrose) führen. Klinisch fallen die Kinder oft durch mehrfach aufgetretene Harnwegsinfekte als Folge des Refluxes auf. Harnweginfekte oder im schlimmsten Fall eine Niereninfektion sind unter Umständen schwierig zu diagnostizieren. Bei unklarem Fieber und Trinkschwäche, Bauchschmerzen und/ oder Schmerzen beim Wasserlassen sollte auf jeden Fall eine Urinuntersuchung mit Frage nach einer Infektion stattfinden.

 

Wie wird ein VUR diagnostiziert?

  • Um das Zurückfließen des Urins aus der Harnblase in den Harnleiter darzustellen, ist die Durchführung eines Miktionszysturethrogramms (MCU) notwendig. Dabei wird über einen Blasenkatheter die Harnblase mit Kontrastmittel gefüllt und unter Röntgenkontrolle der Urinabfluss dokumentiert. Besteht am Übergang Harnleiter-Harnblase eine Funktionsstörung, ein vesikoureteraler Reflux, fließt auch das Kontrastmittel zurück in den Harnleiter, was mit Hilfe einer Röntgenaufnahme sicher nachgewiesen werden kann. Das Miktionszyst-urethrogramm wird ambulant durchgeführt. Eine Aufweitung des Harnleiters mit oder ohne Erweiterung des Nierenbeckens ist im Ultraschall sichtbar. Diese Untersuchung wird ebenfalls ambulant, z.B. im Rahmen unserer kinderurologischen Spezialsprechstunde, durchgeführt. Je nach Ausprägung des Befundes erfolgt zusätzlich eine Nierenszintigraphie. Diese Untersuchung erlaubt eine seitengetrennte Beurteilung der Nierenfunktion, die Aufgrund des Refluxes beeinträchtigt sein kann.

Wie wird ein VUR behandelt?

  • Bei auftreten von Harnwegsinfektionen und nachgewiesenem Reflux erfolgt zunächst eine konservative Therapie. Dazu gehört eine Hohlwegsprophylaxe, also die Einnahme eines niedrig dosierten Antibiotikums zur Verhinderung von Niereninfektionen. Zusätzlich werden regelmäßig Ultraschallkontrollen durchgeführt und der Krankheitsverlauf genau dokumentiert. Oftmals bildet sich, vor allem während der ersten Lebensjahre, der Reflux spontan zurück. Bei einer Nierenfunktionseinschränkung oder bei wiederkehrenden Infektionen unter Hohlwegsprophylaxe erfolgt eine Operation. Dabei können, je nach Schweregrad des Refluxes, verschiedene Techniken zur Anwendung kommen. Ein leichtgradiger Harnreflux, der unter Einnahme eines niedrig dosierten Antibiotikums immer wieder zu Infektionen führt, kann minimal invasiv, d.h. durch eine Blasenspiegelung und Unterspritzen der Ureteröffnung zur Verengung derselben, erfolgen. Bei hochgradigem, schwerem Reflux ist oftmals eine offene Operation die einzige Therapiemöglichkeit. Dabei wird der Harnleiter zunächst von der Blase abgetrennt und unter Bildung eines suffizienten, neuen Ventilmechanismus erneut in die Blase eingebaut. Der Anschluss des Harnleiters an die Harnblase (Uretrocystoneostomie) wird unter Verwendung feinster, resorbierbarer Nahtmaterialien mit der Lupenbrille durchgeführt. Intraoperativ wird eine Schiene, ein sogenannter Doppel-J-Katheter, in den Harnleiter eingebracht um einen problemlosen Urinabfluss zu gewährleisten. Das ist notwenig, da nach der Operation Schwellungen des Gewebes auftreten können, die den Harnabfluss vom Harnleiter in die Blase behindern können. Der Doppel-J-Katheter wird nach ca. 6 Wochen mittels Blasenspiegelung in Kurznarkose entfernt. Die Uretrocystoneostomie ist mit einer Erfolgsrate von ca. 90 % eine ausgezeichnete und sichere Methode zur Therapie des hochgradigen Harnrefluxes. 

 

Häufige Fragen: 

  • Muss ein VUR  notfallmäßig operiert werden?
    In der Regel handelt es sich NICHT um einen Notfall. Wichtig ist bei nachgewiesenen, wiederkehrenden Niereninfektionen rasch mit einer Hohlwegsprophylaxe, also der Einnahme eines niedrig dosierten Antibiotikums zur Verhinderung von neuen Infektionen zu beginnen. Sollte eine chirurgische Therapie notwendig sein, kann diese geplant erfolgen.

  • Ist die Prophylaxe mit Antibiotika wirklich notwendig und wenn ja, wie lange und schadet diese?
    Bei nachgewiesenen, wiederkehrenden Niereninfektionen aufgrund eines Harnrefluxes ist eine niedrig dosierte Antibiotikaprophylaxe durchzuführen. Niereninfektionen führen zu Narbenbildungen im Bereich des Nierengewebes. Das wiederum kann eine Funktionseinschränkung bis hin zum Funktionsverlust der Niere zur Folge haben. Weiterhin ist das Auftreten von Bluthochdruck nach mehrfachen Niereninfektionen eine gefürchtet Komplikation.
  • Durch die niedrige Dosierung des Antibiotikum treten in der Regel keine ernsthaften Nebenwirkungen und keine vermehrte Infektanfälligkeit bei den Kindern auf.  
  • Wie laufen die Operation und der stationäre Aufenthalt ab?
    Die stationäre Aufnahme, auf Wunsch natürlich in Begleitung eines Elternteils, erfolgt am Vortag der OP. Präoperativ werden eine Ultraschalluntersuchung, ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem Oberarzt und ein Anästhesiegespräch durchgeführt. Die Operation wird in Vollnarkose durchgeführt und dauert je nach Eingriff 1 bis 2 Stunden. Postoperativ werden regelmäßige Ultraschallkontrollen durchgeführt. Die Entlassung erfolgt zwischen dem 5. und 7. postoperativen Tag. Der intraoperativ eingelegte Doppel-J-Katheter wird nach 6 Wochen mittels Zystoskopie in Kurznarkose entfernt.  

 

  • Welche Komplikationen können auftreten und wie erfolgt die Nachkontrolle?
    Generell sind Komplikationen sehr selten. Zu nennen sind Infektion und Wundheilungsstörung, aber auch spezielle Komplikationen wie eine Verengung des Ureters durch Narbenbildung oder ein Rezidiv, d,h, ein postoperativ weiter besehender Harnrückfluss in den Ureter. Die engmaschige Nachkontrolle erfolgt in unserer Spezialsprechstunde zur Beurteilung des Nierenwachstums und Erkennen von ev. Folgeerkrankungen. Nach ca. 6 Monaten erfolgt ambulant ein Kontrollmiktionszyst-urethrogramm.

Kontakt:

 

Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie
Telefon: 03834-86 7037
Fax:       03834-86 7038
Email:    kinderchirurgie@uni-greifswald.de

 



Aktuelles

Kindertraumatologie für den D-Arzt 07.12.18 UKB Berlin

Alle Nachrichten anzeigen ->
Blickpunkt

zur StartseiteImpressumzur Sitemap