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Lungenkrebs

Grundlagen

 

Das Bronchialkarzinom (Lungenkrebs) ist weltweit der häufigste Tumor des Menschen. Es tritt am häufigsten zwischen dem 65. und 70. Lebensjahr auf und ist in Deutschland die häufigste Krebsart bei Männern. Pro Jahr erkranken in Deutschland über 42.000 Menschen. Rauchen ist in etwa 90 Prozent der Fälle die Ursache für die Entstehung dieser Erkrankung. Wer 20 Jahre lang täglich eine Schachtel Zigaretten raucht erhöht das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken um das 60- fache gegenüber Nichtrauchern. Andererseits können auch bestimmte Arbeitsstoffe wie Asbest oder eine Lungennarbe (z.B. nach Tuberkulose) zum Lungenkrebs führen.

 

Die menschliche Lunge besteht rechts aus drei und links aus zwei voneinander unabhängigen Lappen. Die Luftröhre teilt sich in mehrere Bronchien auf, die wiederum in den Lungenbläschen (Alveolen) enden.

 

Man unterscheidet Tumoren im Lungenmantel (25%) von zentralen, also im Bronchialsystem lokalisierten Tumoren (75%). Bösartige Lungentumoren können zu Metastasen (Tochtergeschwülste) führen. Erste Station sind meist die Lymphknoten innerhalb des Brustkorbs. Weitere Metastasen finden sich in den Nebennieren, im Gehirn, in der Leber und in den Knochen.

 

Symptome

Leider gibt es in frühen Stadien keine typischen Symptome. Husten kann auch für andere Krankheiten wie eine chronische Bronchitis sprechen. Häufig wird Lungenkrebs erst diagnostiziert, wenn der Auswurf beim Husten bereits blutig ist. Einige Fälle werden im Frühstadium bei Routineuntersuchungen als‚ Schatten auf der Lunge entdeckt. Dann sollte unverzüglich eine weitere Abklärung erfolgen.

 

Bei jeder langwierigen Lungenentzündung, bei mehr als drei Wochen dauernden Hustenattacken v.a. in Kombination mit Schmerzen in der Brustwand, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Atemnot oder Fieber und v.a. bei blutigem Auswurf sollte ein Lungenfacharzt aufgesucht werden.

 

Vorbeugung

Die einzige Vorbeugungsmaßnahme besteht darin, nicht zu rauchen. Zum Aufhören ist es niemals zu spät! Wer aufhört zu Rauchen, hat nach 10-15 Jahren wieder ein ähnliches Risiko wie ein Nichtraucher an Lungenkrebs erkranken.

 

Erforderliche Untersuchungen

Die Diagnostik von Lungenkrebs umfasst die Basisdiagnostik, die Feindiagnostik sowie weitere Untersuchungen:

  • Befunderhebung (Anamnese) und körperliche Untersuchung
  • Blutuntersuchung auf Tumormarker
  • Röntgenuntersuchung der Lunge in zwei Ebenen
  • Computertomographie des Brustkorbs
  • ggf. Magnetresonanztomographie des Brustkorbs
  • Sollte sich der Verdacht auf Lungenkrebs erhärten werden Tochtergeschwulste im Bauchraum bzw. im Gehirn mittels Computertomographie ausgeschlossen.
  • Ultraschall des Brustkorbes (Pleurasonographie) 
  • Untersuchung des Auswurfs (Sputumzytologie)
  • Lungenspiegelung (Bronchoskopie)
    Hierbei können auch Gewebeproben verdächtiger Bezirke entnommen werden.
  • Rippenfellpunktion (Pleurapunktion)
  • Bei Knochenschmerzen oder auffälligen Blutbefunden werden Knochenmetastasen in der Sketettszintigraphie ausgeschlossen. 

Stationärer Aufenthalt

Die stationäre Aufnahme erfolgt bei allen Patienten mit Lungenerkrankungen im Pneumologisch - Thoraxchirurgischen Zentrum, welches gleichermaßen von Internisten und Chirurgen betreut wird. Durch gemeinsame Visiten und die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit wird für jeden Patienten eine optimale und individuelle Therapie gewährleistet.

 

Operation

Da eine vollständige Tumorentfernung, meist in Kombination mit einer Chemotherapie und/oder Strahlentherapie auch heute noch bei den meisten Bronchialkarzinomen die beste Chance auf eine Heilung bietet, sollten zunächst die Voraussetzung zu einer radikalen Operation überprüft werden.

 

Dazu muss neben der technischen Resektabilität ausgeschlossen werden, dass der Tumor bereits Metastasen (Tochergeschwülste) gestreut hat. Weiterhin muss überprüft werden, ob der Allgemeinzustand, die Lungen- und Herzfunktion des Patienten eine Teilentfernung erlauben.

 

Bei der Operation wird der Tumor mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand einschließlich der Lymphknoten entfernt. Die Operation beinhalten in der Regel zumindest die Entfernung zumindest eines Lungenlappens um eine vollständige Resektion aller Tumorzellen zu gewährleisten. Gelegentlich muß aber auch ein kompletter Lungenflügel entfernt werden. Nach der Operation wird der Patient für mindestens eine Nacht auf der Wach- oder Intensivstation überwacht. Entscheidend ist in dieser Phase die Mitarbeit des Patienten, der von unseren Krankengymnasten durch intensive Atemtherapie zum Abhusten von Bronchialsekret angeleitet und unterstützt wird, damit sich die Lungenfunktion rasch wieder erholen kann. Zur effektiven Schmerztherapie erhalten die Patienten unmittelbar vor der Operation einen speziellen Schmerzkatheter (Periduralkatheter) der im Bereich der Wirbelsäule eingesetzt wird.

 

Operationsdauer: 1,5 bis 4 Stunden

 

Da die Lungenfunktion natürlich optimal sein sollte, müssen Raucher vor einer geplanten Operation dringend das Rauchen einstellen. Je früher sie damit aufhören, umso besser sind die Chancen eines komplikationslosen Verlaufes nach der Operation. Durch Inhalationen und intensive Atemtherapie unter Anleitung der Krankengymnastik wird eine Verbesserung der Funktion erzielt. Falls erforderlich, wird auch eine medikamentöse Therapie der Lungenfunktion eingeleitet. Die Vorbereitung auf eine Operation erfolgt durch eine enge Zusammenarbeit von Patient, Ärzten, Pflegekräften und Krankengymnasten.

 

Die meisten unserer Patienten können am 5.- 10. Tag nach der Operation die Klinik wieder verlassen. Wenn gewünscht wird von uns ein anschließender Kuraufenthalt organisiert.

 

Durch regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen soll ein erneutes Tumorwachstum frühzeitig erkannt werden, da nur dann gute Chancen für eine erneute Behandlung bestehen. Diese Tumornachsorge erfolgt entweder über unsere Lungensprechstunde oder nach Rücksprache durch niedergelassene onkologisch verantwortliche Kollegen.

 

Chemotherapie

Neueste Untersuchungen konnten zeigen, dass die Überlebenschancen nach operativer Entfernung eines Bronchialkarzinoms durch eine anschließende Chemotherapie in bestimmten Tumorstadien deutlich verbessert werden können. Daher empfehlen wir den meisten Patienten nach erfolgreicher Operation die Durchführung einer Chemotherapie. In einzelnen Fällen schließt sich der Operation auch eine Strahlentherapie.

 

Die jeweilige auf jeden einzelnen Patienten zugeschnittene Entscheidung des genauen Behandlungsplans wird bei uns gemeinsam mit unseren Fachkollegen aus der Pulmonologie, Strahlentherapie und Hämatoonkologie in einer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.

 

Nicht- operative Behandlung

Bei fortgeschrittenem Tumorwachstum, bei eingeschränktem Tumorwachstum oder bei bereits vorliegender Metastasierung erfolgt statt der Operation eine Strahlen- und/oder Chemotherapie. Das gleiche gilt für bestimmte Lungentumoren (kleinzelliges Karzinom) bei denen eine Operation nur in Äusnahmefällen angezeigt ist.

 

 



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