Home  Patienteninfo

Universitätsmedizin Greifswald Universität Greifswald


Zur Startseite

Suche
   Klinik      Patienteninfo      Forschung/Lehre      Veranstaltungen      Kontakt      Lageplan      Intern   
Presse/Fernsehen

Unser YouTube-Kanal

Links





Sulcus ulnaris Syndrom (SUS, Ulnaris-Rinnensyndrom)

Der betroffene Nerv (Nervus ulnaris) verläuft im Bereich des Ellenbogens in einer engen knöchernen Rinne, die auch als Sulcus nervi ulnaris bezeichnet wird (an dieser Stelle kann z.B. durch einen Schlag ein elektrisierender Schmerz ausgelöst werden ??Musikantenknochen?-). Diese Rinne wird von einem straffen Bindegewebe bedeckt. Wenn in diesem ohnehin engen Bereich eine zusätzliche Raumforderung auftritt (z.B. durch knöcherne Anbauten, nach Knochenbrüchen oder durch einen Tumor) wird der Nerv durch den erhöhten Druck geschädigt.

Der Patient klagt über Gefühlsstörungen im Bereich des Ring- und Kleinfingers sowie der Handkante. Hält die Schädigung längere Zeit an kann auch eine Lähmung der kleinen Handmuskeln bis hin zum Auftreten einer typ. Krallenhand sowie eine Muskelatrophie im Bereich der Hand auftreten.

 

Ursache:

Frakturen (Knochenbrüche) am Ellenbogengelenk. Luxationen des Ulnarnerven aus dem Sulcus. Knöcherne Veränderungen (Arthrose), Knochenzysten, Akromegalie, narbige Veränderungen nach Verletzungen, Ganglien, Nerven- und Weichteiltumore. Auch Spätparesen (nach Jahren oder Jahrzehnten) nach einer alten Ellenbogenfraktur oder ?luxation sind bekannt. Häufig keine auslösende Ursache feststellbar.

 

Diagnostik:

Die Beschwerdeschilderung und klinische Untersuchung des Patienten ist entscheidend. Die elektrophysiologische Untersuchung (ENG/EMG) kann die Verdachtsdiagnose dann bestätigen.

 

Behandlung:

Die Vielfältigkeit der Ursachen lässt keine einheitliche Empfehlung zum operativen Vorgehen zu.

An der Innenseite des Ellenbogens wird ein Schnitt von ca. 4 cm durchgeführt (Abb 1A). Danach erfolgt die Spaltung des Sulcus ulnaris zur Dekompression des N. ulnaris (Abb 1B). Meist ist dieser Eingriff ausreichend um eine ?Befreiung? des Nerven aus seiner Enge zu bewirken. In einigen Fällen ist aber in Abhängigkeit vom intraoperativen Befund oder bei Zweiteingriffen auch eine Verlagerung und Neueinbettung des Nerven in mikrochirurgischer Technik nach vorne unter das Fettgewebe oder die Muskulatur (Abb 2 A-C) notwendig. Hierzu muß der Hautschnitt verlängert werden um den Nerv spannungsfrei mobilisieren zu können.

 

Abb 1: Neurolyse des N. ulnaris im Sulcus ulnaris

A: Schnittführung an der Innenseite des Ellenbogens (ca. 4 cm lang)

B: Spaltung des Sulcus ulnaris zur Dekompression des N. ulnaris

C: Intrakutane Hautnaht (ca. 4 cm lang)

D: Intrakutane Hautnaht

 

 

Abb 2: Submuskuläre Transposition des N. ulnaris

A: Neurolyse des N. ulnaris im Sulcus ulnaris (Pfeil: Epicondylus medialis humeri

B: Langstreckige Freilegung nach proximal und distal zur

C: spannungsfreien Mobilisation und Verlagerung aus dem Sulcus ulnaris nach ventral

D: Verlagerung des Nerven unter die Beuger-Muskulatur (Pfeil: neu geschaffenes ?Bett?)

 

 

Nachbehandlung:

Entfernung der Drainage am 1. Tag nach der OP mit Verbandswechsel. Nach 10 Tagen erfolgt der Fadenzug. Bei erfolgter Verlagerung des Nerven wird der Arm in Beugestellung in einer Gipslonguette für 10 Tage ruhiggestellt. Die alleinige Neurolyse des Nerven erfordert keine spezielle Ruhigstellung.

Bei vorbestehenden Nervenausfällen sollte eine Physiotherapie in Kombination mit einer Ergotherapie erfolgen um die Funktionsfähigkeit der Hand wieder herzustellen. Dies kann je nach Schweregrad der Ausfälle mehrere Monate dauern.

 

Rückfragen an Frau Dr. Dr. Kleist-Welch-Guerra, Tel.: 03834 86-6161,

E-Mail: kleist-w@uni-greifswald.de oder an

Prof. Dr. med. Henry W. S. Schroeder, Tel.: 03834 86-6162, Fax: 03834 86-6164,

E-Mail: Henry.Schroeder@uni-greifswald.de

 



Aktuelles

Blickpunkt

zur StartseiteImpressumzur Sitemap