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Publikationen des Instituts für Sozialmedizin und Prävention



Skala zur Erfassung der Schwere der Alkoholabhängigkeit (SESA)

U. John, U. Hapke, H.-J. Rumpf *, A. Schumann
* Medizinische Universität zu Lübeck, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

 

Beschreibung

 

Die SESA ist ein zuverlässiger und valider Fragebogen zur Messung der Schwere der Alkoholabhängigkeit. Hintergrund ist das Alkoholabhängigkeitssyndrom, definiert von Edwards & Gross (1976), das eine Grundlage für die Alkoholabhängigkeits-Diagnose nach ICD-10 und DSM-IV bildete.

 

Historischer Hintergrund

 

Die Definition der Alkoholabhängigkeit nach Edwards & Gross (1976) bietet die Möglichkeit der Messung von Alkoholabhängigkeit frei von Begleiterscheinungen, welche nicht zwingend die Abhängigkeit als Problem begleiten (z. B. somatische Erkrankungen) und die Messung der Schwere der Abhängigkeit. Nach der Publikation von Edwards & Gross (1976) wurden drei Fragebogen mit dem Ziel der Beurteilung des Alkoholabhängigkeitssyndroms veröffentlicht: SADQ, SADD und ADS. Alle drei Instrumente weisen Begrenzungen auf: (1) Sie sind nicht exakt beschränkt auf die Kriterien des Alkoholabhängigkeitssyndroms von Edwards & Gross (1976). Einige Fragen betreffen Probleme im Zusammenhang mit Alkoholgenuss, sind aber nicht Teil des Alkoholabhängigkeitssyndroms. (2) Die Kriterien des Alkoholabhängigkeitssyndroms sind nicht vollständig repräsentiert. (3) Die zu beantwortenden Bereiche bieten keine vollständige Übereinstimmung zur Präzisierung der Bestimmung der Häufigkeit verschiedener Symptome. Ziel war die Erstellung eines Fragebogens ohne diese Beschränkungen.

 

Entwicklung

 

Die SESA wurde mittels dreier verschiedener Stichproben entwickelt. Danach wurden die psychometrischen Merkmale in drei weiteren Stichproben bewertet. Dies waren insgesamt 603 alkoholabhängige Personen, davon 322 stationäre Patienten innerhalb einer zweiwöchigen Alkoholbehandlung in einem psychiatrischen Krankenhaus, 226 stationäre Patienten in einem städtischen Allgemeinkrankenhaus mit entdeckter Alkoholabhängigkeit und 55 Erwachsene aus einer Bevölkerungsstudie mit entdeckter Alkoholabhängigkeit.

 

Validität

 

Für die Validierung der SESA-Subskalen wurden folgende diagnostischen Instrumente sowie weiteren Informationen herangezogen: die Schedules for Clinical Assessment in Neuropsychiatry (SCAN), das Composite International Diagnostic Interview (CIDI), der Münchener Alkoholismus-Test (MALT) der Michigan Alcoholism Screening Test (MAST), der Alcohol Use Disorders Identification Test (AUDIT). Weiterhin wurden Informationen über alkoholspezifische Erkrankungen genutzt. Alle Instrumente wurden übersetzt und rückübersetzt von Wissenschaftlern mit Englisch als Muttersprache. Die SESA ist verfügbar in deutsch und englisch.

 

 

Der Fragebogen ist durch Ankreuzen zu beantworten

 

(0) nie

(1) seltener als einmal im Monat

(2) einmal pro Monat oder öfter

(3) einmal pror Woche oder öfter

(4) täglich

 

 

SESA: Subskalen und Item-Beispiele

 

  • Einengung des Trinkverhaltens
    - Betrunken werden war wichtiger als meine nächste Mahlzeit.
    - Es war schwierig für mich, Gedanken an Alkohol loszuwerden.
  • Körperliche Entzugssymptome
    - Ich zitterte morgens stark am ganzen Körper, wenn ich nichts Alkoholisches zu trinken hatte.
    - Ich wachte verschwitzt auf.
  • Alkoholkonsum zur Vermeidung von Entzugssymptomen
    - Ich trank morgens Alkohol, um das Zittern loszuwerden.
    - Ich brauchte morgens Alkohol, um in Gang zu kommen.
  • Psychische Entzugssymptome (Verlangen)
    - Mein Drang, Alkohol zu trinken, war sehr stark.
    - Alkohol zog mich wie magisch an.
  • Toleranzsteigerung
    - Ich trank in letzter Zeit mehr als früher, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
    - Ich vertrug mindestens die dreifache Drinkmenge gegenüber der Zeit, als ich begann, Alkohol zu trinken.
  • Extreme Toleranzsteigerung
    - Ich vertrug mindestens die zehnfache Trinkmenge gegenüber der zeit, als ich begann, Alkohol zu trinken.
  • Toleranzumkehr
    - Ich trank in letzter Zeit weniger Alkohol als früher, hatte aber die gleiche Wirkung.
    - Ich brauchte in letzter Zeit immer weniger Alkohol, um ruhig zu werden.

 

 

SESA: Charakteristik der Subskalen

 

Skala

N

Zahl der Items

Wertebereich

Empirischer Wertebereich

Median

Modeal-
wert

Mittel-
wert

Standard-
abweichung

Einengung des Trinkverhaltens

547

4

0-16 (0-100)

0-16 (0-100)

7

0

7.2

5.4

Körperliche Entzugssymptome

548

3

0-12 (0-100)

0-12 (0-100)

4

0

5.1

4.2

Alkoholkonsum zur Vermeidung von Entzugssymptomen

549

3

0-12 (0-100)

0-12 (0-100)

3

0

4.7

4.7

Psychische Entzugssymptome (Verlangen)

548

8

0-32 (0-100)

0-32 (0-100)

14.5

0

14.7

11.4

Toleranzsteigerung

550

4

0-4 (0-100)

0-4 (0-100)

2

4

2.1

1.6

Extreme Toleranzsteigerung

545

2

0-2 (0-100)

0-2 (0-100)

0

0

0.3

0.6

Toleranzumkehr

548

4

0-4 (0-100)

0-4 (0-100)

1

0

1.2

1.4


 

 


Interne Konsistenz
Die Skala von CronbachŽs alpha reicht von .71 bis .95.


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