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S.I.Q. Sepsis Informationssyst.








Was ist eine Sepsis?

Die Sepsis (aus dem Griechischen = Fäulnis) oder auch Blutvergiftung genannt, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die jeden ereilen kann. Am Beginn der Erkrankung steht immer eine Infektion. Der menschliche Körper ist im Normalfall in der Lage diese Infektion (infizierte Wunde, Lungenentzündung, Harnwegsinfekt ...) lokal zu begrenzen und ein übergreifen auf den ganzen Körper zu verhindern. Das infizierte Gebiet des Körpers wird zu diesem Zwecke besonders mit Blut durchströmt und Entzündungszellen sorgen dafür, dass die für die Infektion verantwortlichen Mikroorganismen (Bakterien, Pilze, Viren) abgetötet werden. Daher kommt es am Infektionsherd zu Rötung, Schwellung, Schmerzen und Überhitzung. Gelingt es dem Körper nicht die lokale Infektion zu beherrschen, gelangen Mikroorganismen und Giftstoffe in den Blutkreislauf und andere Gewebe, es kommt zu einer allgemeinen Entzündungreaktion des Körpers mit Fieber, schnellem Herzschlag und schneller Atmung. Jetzt spricht man nicht mehr von einer Infektion, sondern von einer Sepsis. Diese kann mit Antibiotika in der Regel beherrscht werden. Gelingt dieses nicht, wird nicht behandelt oder wird die Situation nicht erkannt, kann das Abwehrsystem durch �berreaktionen au�er Kontrolle geraten. Die Blutgef�e werden durchl�ssig f�r Fl�ssigkeit, die Blutgerinnung wird verst�rkt, es kommt zur Verstopfung der kleinen Blutgef�e und es kann nicht mehr ausreichend lebensnotwendiger Sauerstoff an die Organe gebracht werden. Die Folge ist das Versagen einzelner oder mehrerer Organe (Multiorganversagen). Dieser Zustand kann dann ohne die schnelle Behandlung auf einer Intensivstation nicht überlebt werden. Erste Anzeichen der Organversagen sind Verwirrtheit, Orientierungslosigkeit, Wesensveränderung, nachlassende Urinausscheidung bis hin zu fallendem Blutdruck und Schock. Wenn mindestens ein Organ versagt, spricht man von einer sogenannten schweren Sepsis. Bricht auch der Kreislauf zusammen, ist ein septischer Schock eingetreten.

 

Sepsis eine häufige und oft tödliche Erkrankung?

Die Sepsis ist eine Erkrankung, die zunehmend häufiger auftritt. In Deutschland ist eine Sepsis fast so häufig wie ein Herzinfarkt (300 von 100.000 Einwohnern pro Jahr) und häufiger als ein Schlaganfall (180/100.00). An einer Sepsis erkranken pro Jahr etwa. 210 von 100.000 Einwohnern. Damit tritt die Sepsis öfter als viele andere auch bei Nichtmedizinern sehr bekannte Erkrankungen wie z.B. der Darmkrebs (50/100.000), der Brustkrebs (110/100.000) oder AIDS (17/100.000) auf. In der Bundesrepublik Deutschland erkranken pro Jahr ca. 150.000 Menschen, Etwa 60.000 Menschen versterben in Deutschland jährlich an der Erkrankung. Für die schlimmste Verlaufsform, die schwere Sepsis und den septischen Schock besteht eine Sterblichkeit von ca. 50%. Die Erkrankungsrate ist in Industrienationen in den letzten 10 Jahren dramatisch mit einer jährlichen Zuwachsrate von 8 bis 13 % angestiegen, betrifft aber ebenso die ärmeren Länder der Welt. Jährlich sind 20 bis 30 Millionen Patienten in Industrie- und Entwicklungsländern davon betroffen, darunter mehr als 6 Millionen Neugeborene und Säuglinge sowie über 100.000 Frauen im Wochenbett. Weltweit verstirbt nahezu jede Sekunde ein Mensch an Sepsis (Zahlen: Welt Sepsis Deklaration).

 

Wer kann an einer Sepsis erkranken?

Das Heimtückische ist, dass an einer Sepsis Jeder erkranken kann. Besonders gefährdet sind Menschen mit einer Immunschwäche wie Frühgebohrene, Patienten, die Medikamente einnehmen, die das Immunsystem schwächen (Kortikoide, Zytostatika) und Patienten nach großen Operationen und Mehrfachverletzungen. Eine Sepsis kann in der Häuslichkeit oder auch im Krankenhaus entstehen.


Sepsis ein lebensbedrohlicher Notfall?

Bei der schweren Sepsis und dem septischen Schock handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, genau wie bei einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall. Nach Daten einer amerikanischen Studie (Kumar und Kollegen), steigt beim nicht mit Antibiotika behandelten septischen Schock die Sterblichkeit stündlich um 7%. Dieser zeitkritische Aspekt macht es notwendig, dass Patienten mit einem Verdacht auf eine schwere Sepsis oder einem septischen Schock ohne Verzug mit Notarztbegleitung in eine Klinik mit angeschlossener Intensivmedizin eingeliefert werden, um dort einer qualifizierten Notfalldiagnostik und Notfallbehandlung zugeführt werden.

 

Behandlung der Sepsis

Zur schnellen Behandlung der Sepsis gehören die Gabe von Antibiotika, die sofortige Sanierung des Infektionsherdes, eine schnelle Kreislaufstabilisierung und intensivmedizinische Maßnahmen, die die Organfunktionen stabilisieren (Beatmung, Dialyse ...).

 

Weitere Informationen für Patienten und Angehörige finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Sepsisgesellschaft und der Deutschen Sepsishilfe.

Die Internetseite Asplenie-Net bietet umfangreiche Informationen für Patienten, die ohne Milz leben müssen und daher besonders gefährdet sind, Infektionen zu erleiden.

 

 

 



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