Behandlungsspektrum - Laparoskopie und minimal-invasive operative Uro-Onkologie

Laparoskopische Prostataentfernung bei Prostatakrebs (Endoskopische extraperitoneale radikale Prostatektomie - EERPE)

In zunehmender Zahl verzichten Kliniken heute auf den offenen Eingriff mit entsprechenden Schnitten und arbeiten laparoskopisch.

Die Laparoskopie ist ein Eingriff in die Bauchhöhle durch mehrere besonders kleine Zugänge. Man spricht hier deshalb auch von „Schlüsselloch-Chirurgie“. Ein weiteres Synonym ist „minimal-invasives“ Operieren. Diese Technik wird zunehmend häufig auch bei anderen chirurgischen Eingriffen angewandt.

 

Die operative Therapie der Wahl bei einem lokal begrenzten Prostatakarzinom ist die vollständige Entfernung der Prostata einschließlich der Samenbläschen. Dieser Eingriff gehört zu den häufigsten tumorchirurgischen Eingriffen in der Urologie.

 

Neben den klassischen Schnittoperationen kommen auch minimal-invasive Therapieverfahren zur Anwendung. Solch ein schonendes Verfahren, die sogenannte "endoskopisch-extraperitoneale radikale Prostatektomie" (EERPE), wurde im letzten Jahr an der Klinik und Poliklinik für Urologie der Greifswalder Universität etabliert. Die Nervschonende Endoskopisch Extraperitoneale Radikale Prostatektomie (NsEERPE) ist eine Weiterentwicklung dieses laparoskopischen Verfahrens. Strenggenommen wird hier sogar auf einen Zugang durch die Bauchhöhle verzichtet. Diese operative Technik wurde im Verlauf durch wachsende Erfahrung kontinuierlich weiterentwickelt und etabliert. Die Operation läuft ähnlich wie die offene retropubische radikale Prostatektomie ab. Vom Umfang her werden genau die gleichen Strukturen wie beim offenen Operieren entfernt. Die deutliche Vergrößerung durch die Kamera erlaubt eine ca. zehnfach vergrößerte Darstellung der Strukturen bei gleichzeitiger Schonung der Bauchwandmuskulatur.

 

Die überzeugenden Operationsergebnisse haben dazu geführt, dass das Verfahren von zahlreichen deutschen und europäischen Zentren übernommen wurde. Es ergänzt nicht nur bisher praktizierte operative Behandlungsmethoden, wie die Entfernung der Prostata über einen Bauch- oder Dammschnitt, sondern löst in einigen Zentren die offene Schnittoperation als „first line“ Therapie des Prostatakarzinoms ab.

 

Wie wird die EERPE durchgeführt?

Über fünf kleine Hautschnitte unterhalb des Bauchnabels führt der Urologe kleine Instrumente und die Kamera in das Becken des Patienten ein. Die Kamera ermöglicht, das Operationsfeld auf einem Monitor in variabler Vergrößerung zu überblicken. Dadurch kann der Eingriff besonders exakt und schonend ausgeführt werden. Wenn die Entfernung der Lymphknoten im kleinen Becken notwendig ist, erfolgt dies als erster Schritt. Ein technisch anspruchsvoller Teil der Operation ist die Wiederherstellung der Kontinuität der Harnröhre zur Harnblase (wasserdichte Anastomose). Hierzu werden durch Einzelknopfnähte die Harnblase und der Harnröhrenstumpf wieder vereinigt. Am 7. Tag nach der Operation wird die Anastomose kontrolliert. Anschließend wird der intraoperativ eingelegte Harnröhrenkatheter entfernt. Danach wird der Patient entlassen und kann sich einer Anschlussheilbehandlung unterziehen.

 

Die Hauptvorteile der laparoskopischen Technik sind:

Für das Operationsteam:

  • Sehr gute Übersicht durch die etwa 10-fache Vergrößerung des OP-Gebietes

 

Für die Patienten:

  • Bessere Blutstillung während der Operation mit wenig Blutverlust (Risiko Blutkonservengabe ca. 1 %)
  • Wenig Schmerzen durch kleine Hautschnitte
  • Kleinere Narben und damit kosmetisch bessere Ergebnisse
  • Kurzer Krankenhausaufenthalt und schnelle Erholung
  • Geringer Arbeitsausfall 

 

 

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