Behandlungsspektrum - Neuro-Urologie

E.M.D.A.-Therapie

ElektroMotive-Drug-Administration (E.M.D.A):

 

Minimal-invasive Therapieoption bei „Interstitieller Cystitis“, „Chronischer Urocystitis“, „Spastischer Harnblase“ und „pelvic pain Syndrom“.

 

Solange die Ätiologie und Pathogenese chronisch abakterieller Schmerzsyndrome der Beckenregion nicht entschlüsselt sind, ist eine kausale Behandlung nicht möglich.

 

Allgemein können die therapeutischen Ansätze in orale, intravesikale, physikalische und operative Verfahren unterteilt werden.

 

Nach einer erfolglosen medikamentösen Therapie stellt das E.M.D.A.-Verfahren einen innovativen Therapieansatz dar. Dabei handelt es sich um eine Form der Instillationstherapie, die das Iontophoreseprinzip (aktiver Transport geladener Teilchen) nutzt. Mit Hilfe von elektrischem Strom wird das gezielte Einbringen von Arzneimitteln in die Blasenwand ermöglicht.

 

 

 

Vor der Behandlung wird eine Kontrolle des Urins auf Keimfreiheit vorgenommen. Aufgrund der Stromeinwirkung ist die Therapie von Patienten mit einem Herzschrittmacher oder anderen elektronischen Implantaten nicht zulässig.

 

Der „klassische „E.M.D.A.-Cocktail“ besteht aus einer Lösung von 100 ml Aqua dest., 100 ml 4% Lidocain, 40 mg Dexamethason, 2 ml Suprareninlösung und ggf. 20 mg Butylscopolaminiumbromid. Über einen Spezialkatheter mit einer Spiralelektrode in der Katheterspitze wird die körperwarme Lösung langsam in die Harnblase instilliert. Die reine Therapiezeit beträgt bei einer Stromstärke von 15-25 mA 30 Minuten.

 

 

 

Ziel dieser Anwendung ist eine tiefenwirksame Schmerzbekämpfung und eine antiinflammatorische Wirkung.


Die Behandlung erfolgt ambulant in unserer Poliklinik.

Drei Behandlungen werden zeitlich genau festgelegt. Die ersten zwei Therapiesitzungen erfolgen mit einem Intervall von 14 Tagen. Die dritte Behandlung folgt 4 Wochen später. Die Wirkung hält zwischen 6 Wochen und 3 bis 4 Monaten an und kann bei Bedarf wiederholt werden.


Eine eventuelle Beschwerdezunahme am Behandlungstag und ca. 24 h danach sowie eine Makrohämaturie sind möglich.  

 

Die E.M.D.A.-Therapie ist eine zugelassene Behandlungsmethode. Wir bieten Sie als sog. IGEL-Leistung an. Die Kostenübernahme für diese Leistung muss durch den Pat. im Vorfeld mit der Krankenkasse geklärt werden. Bei der Antragstellung sind wir Ihnen natürlich behilflich.

 

Gerne beraten wir Patienten zum Thema E.M.D.A.-Therapie im Rahmen unserer Neuro-urologischen Sprechstunde. Diese findet jeden Dienstag und Mittwoch in der Zeit von 8 Uhr bis 15 Uhr in unserer Urologischen Poliklinik statt.

 

Terminvereinbarungen können Sie telefonisch unter Tel. 03834 86-5992 oder per Fax an 03834 86-5986 vornehmen. Oder Sie schreiben eine E-Mail an „anmeldung.urologie@uni-greifswald.de“.

 

 

Ansprechpartner :

Dr. med. Laila Schneidewind

Assistenzärztin

Telefon: 03834 86-5992

E-Mail: laila.schneidewind@uni-greifswald.de

 

 

 

 

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