AG Schlaganfallbildgebung/ Telemedizin

Leitung

Dr. med. A. Angermaier, MSc

Facharzt für Neurologie

 

AG Schlaganfallbildgebung

Die CT- und MRT-Bildgebung ist ein zentraler Bestandteil in der Diagnostik und Behandlung des ischämischen Schlaganfalls. Weiterhin hat die zerebrale Bildgebung das Potenzial prognostische Aussagen über den weiteren Verlauf des Patienten in der Akutphase zu machen. Mit der bildmorphologischen Analyse von Nativ-CT, CT-Angiographie und Perfusions-CT unter Einbeziehung von klinischen Routinedaten versuchen wir die Zusammenhänge zwischen Kern-Penumbra, Rekanalisationsbehandlung (systemische Thrombolyse und/oder Thrombektomie) und klinischem Outcome zu verstehen. Dabei existiert eine enge Zusammenarbeit mit dem Institut für Neuroradiologie (OA PD Dr. S. Langner, OA PD Dr. M. Kirsch).

 

Distaler Verschluss der A. carotis interna rechts mit nativer CT-, CT-Angiographie, Perfusions-CT und Digitaler-Subtraktionsangiographie-Bildgebung

Publikationen (Auswahl)

  • Angermaier A, Michel P, Khaw AV, Kirsch M, Kessler C, Langner S. Intravenous thrombolysis and passes of thrombectomy as predictors for endovascular revascularisation in ischemic stroke. J Stroke Cerebrovasc. Dis. 2016; 2016 25(10):2488-95 
  • Khaw AV, Angermaier A, Michel P, Kirsch M, Kessler C, Langner S. Interrater agreement in three perfusion-CT evaluation methods before endovascular therapy for acute ischaemic stroke. J Stroke Cerebrovasc Dis. 2016; 25(4):960-8.
  • Angermaier A, Khaw AV, Kirsch M, Kessler C, Hosten N, Langner S. Influence of recanalization and time of cerebral ischemia on tissue outcome after endovascular stroke treatment on CT-Perfusion. J Stroke Cerebrovasc Dis 2015;24(10):2306-12
  • Khaw AV, Angermaier A, Kirsch M, Kessler C, Hosten N, Langner S. Comparing perfusion CT evaluation algorithms for predicting outcome after endovascular treatment in anterior circulation ischaemic stroke. Clin Radiol. 2015;70(5):e41-50
  • Angermaier A, Langner S, Kirsch M, Kessler C, Hosten N, Khaw AV: CT-angiographic collateralization predicts final infarct volume after intra-arterial thrombolysis for acute anterior circulation ischemic stroke. Cerebrovasc Dis. 2011;31(2):177-84

AG Telemedizin

Im Zuge der Überalterung der Gesellschaft gewinnen neurologische Erkrankungen immer mehr an Bedeutung. Häufig ist aber in strukturschwachen Regionen der Zugang zu fachärztlich neurologischer Expertise erschwert. Gerade neurologische Erkrankungen eigenen sich aufgrund der Wichtigkeit der Anamnese und des körperlichen Untersuchungsbefundes für eine Beurteilung mittels Audio-Visueller-Kommunikation über das Internet (Teleneurologie), so dass hier in strukturschwachen Regionen der neurologische Zugang und die Versorgungsqualität erhöht werden kann. In zwei teleneurologischen Projekten wird diese Umsetzbarkeit wissenschaftlich untersucht.

 

Im Rahmen des ANNOTeM-Projektes („Akutneurologische Versorgung in Nordostdeutschland mit telemedizinischer Unterstützung“) beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit der teleneurologischen konsilarischen Behandlung von akuten neurologischen Erkrankungen im stationären Setting. Hier wird um die teleneurologischen Zentren Universitätsmedizin Greifswald, Unfallkrankenhaus Berlin und der Charité ein teleneurologisches Netzwerk mit 11 regionalen Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg aufgebaut. Kernelemente sind dabei die Etablierung eines akutneurologischen Telekonsildienstes 24/7, Einrichtung spezialisierter Neuroakuteinheiten, Optimierung von Notfallverlegungen sowie kontinuierliche Fortbildung der regionalen Kliniken und Umsetzung eines konsequenten Qualitätsmanagements. Ziel ist Überführung in die Routineversorgung nach einer 3-jährigen Pilotphase. Das Projekt wird durch den Innovationsfond der Krankenkassen gefördert und überregional von der Charité geleitet.

NeTKoH Neurologisches TeleKonsil mit Hausärzten zur Stärkung der fachärztlichen Versorgung in Vorpommern

Zur Verbesserung der zeitnahen Versorgung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen im ambulanten Bereich wird ein telemedizinisches Netzwerk in der Region Vorpommern zwischen Hausarztpraxen und der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Greifswald mit audiovisueller Vorstellung der Patienten direkt aus der hausärztlichen Sprechstunde etabliert. Die Neurologie Greifswald bietet dafür zu den regulären Sprechstundenzeiten eine sofort erreichbare fachärztliche Konsultationsmöglichkeit an. Die Vor-Ort-Betreuung der Patienten in den Hausarztpraxen wird gestärkt und somit die regionale Versorgung erleichtert.

Die Wartezeit auf eine fachärztliche Beurteilung soll durch die telemedizinische Vernetzung verkürzt, nicht notwendige Untersuchungen und stationäre Einweisungen vermieden und die Diagnose schneller gestellt werden. Somit soll die Versorgungsqualität der Patienten in der Hausarztpraxis verbessert, Abläufe in den Praxen optimiert und fachärztliche Versorgungslücken geschlossen werden. Die „Lotsenfunktion" der Hausärzte wird dadurch gestärkt.

Es werden 40 Hausärzte in der Region Vorpommern in ihrer Praxis mit einem telemedizinischen System ausgestattet und darüber mit der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Greifswald verbunden. Die Zielgruppe sind Patienten ≥18 Jahre, die sich in den beteiligten Hausarztpraxen vorstellen, bei der AOK Nordost versichert sind und für die der behandelnde Hausarzt ein neurologisches Konsil für notwendig erachtet.

Mittels einer prospektiven Interventionsstudie in einem „Stepped-Wedge Cluster Design" soll dieses Netzwerkprojekt auf Effektivität, Implementierung und Wirtschaftlichkeit evaluiert werden. Es wird eine Interventionsgruppe, für die ein telemedizinisches Konsil durchgeführt wurde mit einer Kontrollgruppe, für die die bisherige Regelversorgung durchgeführt wird, verglichen.

Förderung durch den Innovationsfond: 2021 - 2024

Beteiligte Institutionen/Partner:

  • Universitätsmedizin Greifswald
    • Klinik und Poliklinik für Neurologie
    • Institut für Community Medicine, Abteilung Allgemeinmedizin
  • Institut für Public Health, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • AOK Nordost
  • MEYTEC GmbH Informationssysteme, Werneuchen