Aktuelle Forschungsprojekte

Erkennen, Verstehen, Handeln

Gesundheit ist abhängig von einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Faktoren über das gesamte Leben hinweg. In der Forschung nähern wir uns dem Thema Prävention und Gesundheitsförderung anhand von drei Fragen:

  • Welche gesundheitlichen Probleme liegen in der Bevölkerung vor?
  • Welche psychosozialen Faktoren, wie etwa individuelle Verhaltensmuster und das soziale Umfeld, lösen diese Krankheiten aus?
  • Was kann man konkret dagegen tun, welche Interventionsansätze sind wirksam?

Die Devise Erkennen, Verstehen, Handeln übertragen wir auf alle Bereiche unserer Forschung – das gesunde Älterwerden, die Erforschung von Altersbildern, die Prävention von Suchtverhalten, die Förderung körperlicher Aktivität. Forschung zu methodischen Ansätzen flankiert dabei unsere inhaltlichen Projekte.

Gesundes Älterwerden

Wer ans Altern denkt, hat oft ein negatives Bild im Kopf. Vergesslich und gebrechlich – wer will das schon werden? Positive Bilder vom Älterwerden sind dagegen rar. Doch das sollte sich schleunigst ändern! Unsere Forschung zeigt: Ein optimistischer Blick auf die Zukunft wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Unsere Forschungsprojekte im Themenbereich "Gesundes Älterwerden" beschäftigen sich deshalb besonders mit unserer Sicht auf das Alter. Wie beeinflussen Altersbilder unser Verhalten und damit unsere Gesundheit?

Aktuelle Projekte im Bereich gesundes Älterwerden

Verläufe multidimensionaler funktionaler Gesundheit nach einem Schlaganfall (NeuroAdapt)

Ein Schlaganfall stellt einen gravierenden Einschnitt im Leben vieler Menschen dar. Wir untersuchen den Verlauf verschiedener Komponenten von Gesundheit im ersten Jahr nach dem Schlaganfall und beantworten die Frage, welche Faktoren günstige Verläufe wahrscheinlicher machen.

Meinungsbild von jüngeren Erwachsenen im Alter von 18 bis 39 Jahren

Das Bild vom Altern wandelt sich im Lauf des Lebens. In unserer Online-Befragung stellen wir fest: Mit fortschreitendem Alter tendieren viele Menschen dazu, eine negative Sicht auf das Älterwerden zu entwickeln.

Transsektorales Interventionsprogramm zur Verbesserung der geriatrischen Versorgung in Regensburg

Mithilfe von Begleiter*innen sollen Probleme im Alltag älterer Menschen erkannt und die Menschen an Hilfsangebote weitervermittelt werden. Ziel ist, die derzeit sehr hohe Wiedereinweisungsrate nach Krankenhausaufenthalten zu verringern.

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In Pflegeheimen testen wir ein multimodales Ernährungskonzept aus Proteindrinks, angereicherten Mahlzeiten und einem intelligenten Trinkbecher zur Verhinderung von Dehydrierung und Mangelernährung.

Prävention von Suchtverhalten

Wir beschäftigen uns sowohl mit substanzgebundenem (z.B. Alkohol- und Nikotinkonsum) als auch mit nicht substanzgebundenem Suchtverhalten wie Internet- oder Spielsucht. Die Entwicklung einer Abhängigkeit vollzieht sich langsam und bleibt dem sozialen Umfeld oft lange verborgen. Zudem tritt Abhängigkeit nicht selten gemeinsam mit psychischen Problemen wie etwa Depressionen auf. Unser Fokus liegt hier auf Prävention und Frühprävention, d. h., wir wollen Suchtverhalten möglichst früh erkennen und behandeln. 

Aktuelle Projekte im Bereich Prävention von Suchtverhalten

Materielle Bonifizierung des Rauchstopps in der Schwangerschaft

Als Ausgleich zum Verzicht auf die Zigarette helfen kleine Belohnungen. In unserer Studie testen wir, wie effektiv sich wöchentliche Zahlungen auf die Rauchentwöhnung während der Schwangerschaft auswirken.

Intervention zum Verzicht auf Rauschmittelkonsum und internetbezogene Störungen

Im Gegensatz zur Gesamtbevölkerung zeigt sich bei Auszubildenden eine hohe Gesundheitsbelastung durch Nikotin-, Alkohol- und/oder Internetkonsum. Mithilfe einer App wollen wir Berufsschüler*innen motivieren, auf den Konsum zu verzichten.

Entwicklung und Evaluation einer computerbasierten Anwendung für Patient*innen mit problematischem Alkoholkonsum und depressiven Symptomen

Zur Unterstützung beim Verzicht auf den Alkoholkonsum entwickeln wir eine Anwendung, die von Alkoholmissbrauch und depressiven Symptomen betroffenen Menschen per Post, SMS oder Telefon hilft, gesundheitsriskantes Verhalten zu ändern.

Mortalität und assoziierte Merkmale bei einer Erwachsenenbevölkerung mit psychischen Störungen

Alkohol ist schädlich – ab dem ersten Tropfen. Was die Rolle von Alkoholkonsum für die vorzeitige Sterblichkeit betrifft, gibt es eine Dosis-Wirkungs-Beziehung. Das ist eine der bisherigen Erkenntnisse des Projekts TACOSvital. Darin möchten wir mehr über den Einfluss von Alkoholabhängigkeit und gleichzeitig auftretenden psychischen Störungen auf die Gesundheit erfahren.

Förderung körperlicher Aktivität

Wir selbst tragen aktiv dazu bei, wie gesund wir älter werden. Neben persönlichen Einstellungen und Denkweisen haben unsere Lebensgewohnheiten – ein aktiver oder inaktiver Lebensstil und Suchtverhalten wie Alkohol- oder Nikotinkonsum – einen Einfluss auf unsere Gesundheit. Körperliche Aktivität senkt das Risiko erheblich, im Alter unter den bekannten Volkskrankheiten und Mobilitätseinschränkungen zu leiden. Mit Maßnahmen zur Bewegungsförderung in der breiten Bevölkerung wollen wir ein größeres Bewusstsein für die verschiedenen Möglichkeiten schaffen, ein aktives Leben zu führen.

Aktuelle Projekte im Bereich Förderung körperlicher Aktivität

In dieser Studie untersuchen wir den Zusammenhang zwischen Sitzverhalten und dem Wachstumsfaktor BDNF (engl. Brain-derived neurotrophic factor) bei älteren Personen mit koronarer Herzerkrankung.

Medizinisch sind die Vorteile von körperlicher Aktivität bei Schwangeren unbestritten. Trotzdem halten sich Mediziner*innen mit Empfehlungen zurück. Im Pilotprojekt möchten wir mehr über den Einfluss körperlicher Aktivität in der Schwangerschaft erfahren.

Adhärenz an einem Trainings- und Ernährungsprogramm bei Patient*innen im Alter ab 60 Jahren und mit koronarer Herzerkrankung

In unserer Studie richten wir uns an Menschen zwischen 60 und 80 Jahren und vermitteln den Teilnehmenden, wie sie sich tagtäglich gesund ernähren und zuhause Sport treiben können.

Den Umfang der eigenen körperlichen Aktivität richtig einzuschätzen, fällt vielen Menschen schwer. Deshalb werden Studienteilnehmer*innen mit Hilfe eines Lernvideos darin geschult, die eigenen Angaben zur Aktivität in Zukunft nach objektiven Standards der Bewegungsforschung auszurichten.

Methodische Ansätze

Die Grundvoraussetzung unserer Forschung sind effektive Studiendesigns. Mithilfe neuer Technologien und künstlicher Intelligenz arbeiten wir daran, etablierte Fragebögen, Auswertungsverfahren oder Methoden zu evaluieren, bestehende Probleme zu beheben und neue Studiendesigns zu entwickeln.

Aktuelle Projekte im Bereich Methodische Ansätze

Anwendung des ACO zur Skalenkürzung für Determinanten des Gesundheitsverhaltens

In bevölkerungsbasierten Präventionsstudien sind Testteilnehmer*innen oft durch lange Fragebögen belastet, denn häufig werden gleich mehrere Gesundheits- und Risikoverhaltensweisen abgefragt. Im aktuellen Projekt entwickeln wir kurze Fragebögen, um diese Belastung zu verringern.