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Trigeminusneurinom

Krankheitsbild:

Als Trigeminusneurinom bezeichnet man einen gutartigen Tumor (Abb. 1), der aus den Schwann’schen Zellen des sensiblen Gesichtsnerven entspringt (N. trigeminus). Da der Trigeminus in der Nähe der Gleichgewichtsnerven, des Hörnervs (N. cochlearis) und des motorischen Gesichtsnervs (N. facialis) verläuft, komprimiert der Tumor durch langsames Wachstum häufig auch diese Nerven.

 

Abb. 1

Mikroskopisches (A) und endoskopisches (B) Bild eines Trigeminusneurinoms. Vor dem Tumor erkennt man die Gleichgewichtsnerven (kurzer Pfeil), auf dem Tumor Fasern des sensiblen Gesichtsnerven (langer Pfeil).

 

Symptome:

Am häufigsten verursacht der Tumor ein Taubheitsgefühl im Gesicht oder Gesichtsschmerzen (Trigeminusneuralgie). Bei größeren Tumoren, die die Gleichgewichts-Hörnerv-Gruppe erreichen, können auch eine langsam fortschreitende Hörmindernung und Drehschwindel auftreten. Eine Gesichtslähmung manifestiert sich erst sehr spät. Selten führen monströse Tumoren zu einer Blockade der Nervenwasserwege mit der Folge des Nervenwasseraufstaus und der Entwicklung eines Hydrozephalus (Wasserkopf). Die typische Symptome sind dann Überkeit, Erbrechen und später Bewusstseinsstörungen.

 

Diagnostik:

Die Kernspintomographie (MRT) mit Kontrastmittelgabe ist die Untersuchung der Wahl (Abb. 2). Diese Technik erlaubt die Darstellung auch sehr kleiner Tumoren. Mit der CISS-Sequenz (constructive interference in steady-state) kann man die einzelnen Hirnnerven im Kleinhirnbrückenwinkel und Gehörgang darstellen und erkennt sehr genau die Beziehung des Tumors zu den anderen Nerven. Neben der Bildgebung kann eine HNO-ärztliche Vorstellung zur Untersuchung des Gehörs und des Gleichgewichts bei entsprechenden Symptomen erfolgen.

 

Abb. 2

Kernspintomographie eines Trigeminusneurinoms

A: Die T1-gewichtete Aufnahme zeigt den schwach Kontrastmittel-aufnehmenden Tumor im Kleinhirnbrückenwinkel (Pfeile). B. Die CISS-Sequenz zeigt die Tumorausdehnung und den Kontakt zu Gleichgewichts- und Hörnerv (Pfeil).

 

 

Behandlung:

Es gibt prinzipiell 3 Alternativen:

 

1. die Verlaufskontrolle mit regelmäßiger MRT-Untersuchung.

2. die mikrochirurgische Tumorentfernung

3. die Bestrahlung (Radiochirurgie)

 

Bei älteren Patienten und kleinen Tumoren, die kaum Beschwerden machen, ist eine Beobachtung des Tumors mit MRT-Kontrollen in halbjährlichen bis jährlichen Abständen durchaus eine sinnvolle Option. Bei jüngeren Patienten wird man eher die Indikation zur Operation stellen. Insbesondere bei kleineren Tumoren besteht eine sehr gute Chance, den Tumor ohne bleibende neurologische Störungen zu entfernen. Bei großen Tumoren (> 3 cm) sollte auf jeden Fall operiert werden, da die Bestrahlung ein weiteres Wachstum häufig nicht verhindern kann und die dann erforderliche Operation aufgrund von ausgeprägten Verwachsungen deutlich schwieriger ist. Wir empfehlen eine endoskopisch-assistierte mikrochirurgische Tumorentfernung unter Gehör- und Facialismonitoring. Mit dem Monitoring wird der Funktionszustand des Hör- und Gesichtsnerven (Facialis) überwacht.

 

Fallbeispiel mit Video

Der 57jährige Patient klagte über ein Taubheitsgefühl der linken Gesichtshälfte. Im MRT zeigte sich ein ca. 2 cm großes Trigeminusneurinom. Über eine kleine, ca. 2 x 2,5 cm große Schädeleröffnung (Kraniotomie) wurde der Tumor im Kleinhirnbrückenwinkel dargestellt. Unter mikroskopischer und endoskopischer Sicht konnte der Tumor vollständig entfernt werden. Das Gehör konnte erhalten werden. Das Taubheitsgefühl im Gesicht bildete sich vollständig zurück.

 

Video 1 (3.2 MB)

Zum Starten der Videosequenz bitte auf das Bild klicken.

Abb. 4

A und B: Die MRT-Aufnahmen zeigen den Tumor im Kleinhirnbrückenwinkel (Pfeile). C: Tumor unter OP-mikroskopischer Sicht. D: Tumor unter endoskopischer Sicht. E: Entnahme des Tumors nach Präparation von den Fasern des sensiblen Gesichtsnerven. F: Die abschließende Inspektion zeigt die vollständige Tumorentfernung mit intaktem Gesichtsnerv (Pfeil). G und H: Die postoperativen MRT-Aufnahmen zeigen die komplette Tumorentfernung.

 

 

 

Rückfragen an Prof. Dr. med. Henry W. S. Schroeder, Tel.: 03834-86-6162,

Fax: 03834-86-6164, E-Mail: Henry.Schroeder@uni-greifswald.de



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