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Hirntumoren - Allgemeines

Unter Hirntumoren versteht man alle im Hirnschädel vorkommenden Tumoren. Die häufigsten Tumoren sind Meningeome (Tumoren der Gehirnhäute) und Gliome (Tumoren des Gehirns). Auch Töchtergeschwülste hirnfremder Tumoren (sogenannte Metastasen) werden gelegentlich als Hirntumoren bezeichnet.

 

Symptome:

Hirntumoren können durch unterschiedliche Symptome auffällig werden. Durch Druck oder Infiltration bestimmter Hirnareale kann es zu Krampfanfällen, Lähmungen an Arm und/oder Bein, Sprachstörungen, Störungen des Sehens u. ä. kommen. Erreichen Hirntumoren eine bestimmte Größe, entwickeln sich Hirndruckzeichen in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, später auch zunehmende Bewußtseinsstörungen. Unbehandelt führt das weitere Tumorwachstum schließlich zum Tod durch Atemlähmung.

 

Behandlung:

Je nach Tumorart und Lage des Tumors im Gehirn werden verschiedene Behandlungsverfahren angewendet. Bei Tumoren, die funktionell wichtige Hirnareale, wie z. B. Stammganglien, Thalamus, Mittelhirn, diffus infiltrieren, wird nur eine Probeentnahme durchgeführt, um die Tumorart festzustellen. Entsprechend der Tumorart erfolgt dann die weitere Behandlung, meist eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie.

 

Bei den meisten Hirntumoren ist die Operation jedoch die Therapie der ersten Wahl. In der Regel wird eine vollständige Tumorentfernung angestrebt. Werden jedoch funktionell wichtige Hirngebiete durch den Tumor erreicht oder bereits infiltriert, besteht bei vollständiger Tumorentfernung ein hohes Risiko für neurologische Ausfälle, wie z. B. Lähmungen, Sprachstörungen etc. Dann ist es für den Patienten oft sicherer, nur eine Teilentfernung des Tumors durchzuführen. Hirntumoroperationen werden meist in Vollnarkose vorgenommen. Befindet sich ein Hirntumor jedoch in der Nähe des Sprachszentrums, ist es sinnvoll die Operation als Wachoperation durchzuführen. Wachoperation bedeuted, dass der Patient nach der Schädeleröffnung aus der Narkose gehohlt wird, um während der Tumorentfernung die Sprachfunktion überwachen zu können. Dazu muß der Patient lesen, sprechen, Dinge benennen etc. Dadurch hat man ein hohes Maß an Sicherheit, schwerwiegende Sprachstörungen zu vermeiden.

 

Das Risiko einer Hirntumoroperation ist im wesentlichen von der Größe des Tumors und seiner Lage im Gehirn sowie seiner Beziehung zu den Hirngefäßen abhängig. Daneben spielen auch Faktoren wie Alter und Narkosebelastbarkeit des Patienten eine Rolle. Für kleinere Tumoren in günstiger Lokalisation ist das Risiko einer Operation sehr gering. Bei sehr großen Tumoren in ungünstiger Lage kann es deutlich erhöht sein. Das Risiko ist also sehr unterschiedlich, weshalb wir auf eine individuelle Beratung des Patienten vor der Operation bereits in unserer Poliklinik großen Wert legen. Durch die Entwicklung neuer Operationsverfahren und ?techniken (mikrochirurgische und endoskopische Operationstechniken, Neuronavigation mit Fibertracking, funktionelle Bildgebung, intraoperatives Monitoring der Hirnfunktion, intraoperative Bildgebung) konnte das Risiko einer Hirntumoroperation jedoch deutlich gesenkt werden. Alle diese Verfahren stehen in unserer Klinik zur Verfügung.

 

Bei gutartigen Tumoren ist die Operation meist die einzig notwendige Behandlungsmaßnahme. Bei malignen (bösartigen) Tumoren erfolgt immer zusätzlich eine Bestrahlung und / oder Chemotherapie.

 

Abb 1.

funktionelles MRT-Bild mit Darstellung der Bewegungszentren der Hände (motorisches Handareal)

 

 

Abb 3.

Intraoperativer Ultraschall

A: Ultraschallsonde B: MRT-Bild eines zystischen Hirntumors C: Ultraschallbild des Tumors

 

 

Abb 4.

Stimulation der Hirnrinde zur Identifizierung des Bewegungszentrums (Präzentralregion)

 

 

Fallbeispiel (mit Video)

Die 70-jährige Patientin war durch langsam progrediente Gangstörungen, Übelkeit und intermittierende stechende bifrontale Kopfschmerzen auffällig geworden. Kurz vor der Aufnahme kam es zu einer akuten Verschlechterung mit akutem Psychosyndrom, Dysarthrie und einer Armparese links. Die bildgebende Diagnostik ergab eine unilaterale Erweiterung der rechten Seitenkammer, die durch eine kontrastmittelaufnehmende Läsion im Bereich des Foramen Monroi rechts verursacht wurde. Eine zweite kontrastmittelaufnehmende Läsion zeigte sich vor dem rechten Vorderhorn.

Bildgebung vor der OP

Video

Ergebnis

Postoperativ hat sich die Hirndrucksymptomatik vollständig zurückgebildet. Die postoperativen MRT-Aufnahmen zeigen die weite Septostomie sowie eine deutliche Reduktion der Weite des rechten Seitenventrikels. Die histologische Diagnostik ergab ein Lymphom. Die weitere onkologische Behandlung wurde eingeleitet.

Bildgebung nach der OP

 

Rückfragen an Prof. Dr. med. Henry W. S. Schroeder, Tel.: 03834-86-6162,

Fax: 03834-86-6164, E-Mail: Henry.Schroeder@uni-greifswald.de



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