AG Prof. Dr. Krüger

Proteostasekontrolle durch das Ubiquitin-Proteasomen-System

Forschungsfocus der AG Krüger ist die Regulation der Proteostase über das Ubiquitin-Proteasom-System (UPS) im physiologischen und pathologischen Kontext. Dabei liegt das Interesse vor allen darin, Störungen von proteostatischen Mechanismen an der Schnittstelle zwischen Immunantwort und oxidativem Stress aufzuklären. Das UPS stellt das wichtigste nichtlysosomale, zelluläre Proteindegradationssystem dar, welches das sensible Gleichgewicht von Proteinsynthese, -qualitätskontrolle und -abbau gewährleistet und die Verfügbarkeit vieler Signalmoleküle für zelluläre Mechanismen kontrolliert. Dieses Gleichgewicht wird in Säugerzellen vor allem durch oxidativen Stress gestört, was das UPS als direkten Bestandteil der antioxidativen Abwehr einer Zelle definiert. Das trifft auch für Proteine des sekretorischen Weges zu, die über den ER-abhängigen Degradationsweg (ERAD) proteasomal abgebaut werden. Durch die Generierung antigener Peptide aus zellulären oder Virusproteinen, die auf MHC Klasse I Molekülen cytotoxischen T-Zellen präsentiert werden, ist das UPS eine wichtige Komponente der adaptiven Immunantwort. Gleichzeitig wird das UPS in der angeborenen Immunantwort für die Beseitigung von oxidativ geschädigten Proteinen gebraucht, um Zell- und Gewebeschäden zu vermeiden.

Wir betreiben Grundlagenforschung in medizinischer Biochemie, Pathobiochemie und molekularer Medizin mit translationalen Aspekten und interdisziplinärer Ausrichtung, um die Pathomechanismen von Krankheiten besser zu verstehen, die mit gestörter Proteostase einhergehen wie (auto)inflammatorische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Infektionserkrankungen und Neurodegeneration. Die Arbeiten werden von der DFG und der Thyssen-Stiftung gefördert.