Friedrich Loeffler-Institut für Medizinische Mikrobiologie

Aufgaben

Zu den grundlegenden Aufgaben des Friedrich Loeffler-Instituts für Medizinische Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Greifswald gehören:

  • die Forschung zu Infektionskrankheiten und ihren Erregern;
  • die Lehre für Studierende der Humanmedizin, Zahnmedizin, Pharmazie, Humanbiologie, Biologie und Biochemie zu Inhalten der Medizinischen Mikrobiologie;
  • die mittelbare Krankenversorgung auf der Basis einer umfassenden laborbasierten Diagnostik von Infektionskrankheiten und die Beratung zu Fragen der Diagnostik, Therapie und Prävention von Infektionskrankheiten.

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Mitarbeiter

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Geschichte

Im Jahre 1883 wurde der Lehrstuhl für Hygiene an der Königlichen Universität Greifswald errichtet und mit Privatdocent Dr. O. Beumer besetzt und in der damaligen Nicolaistraße 2 (heute Caspar-David-Friedrich-Str.) angesiedelt.

Von 1883 bis 1913 leitete Friedrich A. J. Loeffler, der erste Schüler Robert Kochs, das damalige Hygieneinstitut der Königlichen Universität Greifswald und heutige Friedrich Loeffler-Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Greifswald. Kurz vor seiner Rückkehr zum Robert-Koch-Instituts (1913) als dessen Direktor gründete er 1910 die Kaiserliche Tierseuchen-Forschungsanstalt (das heutige Friedrich-Loeffler-Institut - Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) auf der Greifswalder Insel Riems als erstes virologisches Forschungsinstitut.

Das Institut selbst befand sich seit 1893 für mehr als 100 Jahre in der Martin-Luther-Straße 6 inmitten der historischen Altstadt von Greifswald. Zu seinen Lehrstuhl-Nachfolgern an der später in Preußische Universität zu Greifswald und nachfolgend in Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald umbenannten alma mater zählten u. a. Paul Römer (1913 – 1915), Ernst Friedberger (1915 - 1926), Ernst Gerhard Dresel (1926 - 1934), Otto Stickl (1934 - 1936), Kurt Herzberg (1937 - 1951) und Georg Tartler (1951 - 1967).

Ab 1959 wurden die Aufgaben in einen Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und einen Lehrstuhl für Allgemeine und Kommunale Hygiene aufgeteilt; letzterer wurde im Jahr 1985 in ein selbständiges Institut ausgegliedert. Georg Tartler leitete das Institut für Medizinische Mikrobiologie bis 1967, gefolgt von Joachim Schmidt (1967 - 1975), Leopold Döhner (1975 - 1992), Lutz Gürtler (1998 - 2008), Ivo Steinmetz (2008 - 2016), Axel Kramer (2016 - 2019, kommissarisch) und Karsten Becker (seit 2019).

In den letzten Jahren wurde das traditionsreiche Institut umfangreich modernisiert und bietet u.a. durch die Einrichtung von Laboratorien bis zur Sicherheitsstufe 3 wichtige Voraussetzungen für die Forschung und Diagnostik auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten. Der überwiegende Teil des Forschungsbereiches sowie die meisten Laboratorien zur Erregerdiagnostik befinden sich heute im Hauptgebäude der Universitätsmedizin Greifswald in der Fleischmannstraße 10 (Anschrift bis zur Neuordnung der Straßenzugehörigkeit in 2019: Ferdinand-Sauerbruch-Straße).

Wissenschaftlichen Weltruhm erlangte Friedrich Loeffler durch seine herausragenden Arbeiten und Entdeckungen:

  • Entdeckung der Ätiologie der Maul- und Klauenseuche zusammen mit Paul Frosch. Er beschrieb den Erreger als filtrierbares, partikuläres Agens kleiner als ein Bakterium und entwickelte ein Schutzserum. Es handelt sich um das zuerst beschriebene tierassoziierte Virus; damit gilt F. Loeffler als Mitbegründer der Virologie. Insbesondere in dieser Tradition steht das 1910 gegründete Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems, heute als Teil des Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit;
  • Entdeckung des Erregers der Diphtherie ("Klebs-Loeffler Bacillus", Corynebacterium diphtheriae) zusammen mit Edwin Klebs;
  • Entdeckung des Erreger des (Schweine-) Rotlaufs bzw. Erysipeloids (Erysipelothrix [Bacterium] rhusiopathiae) zusammen mit Johann Wilhelm Schütz
  • Entdeckung des Rotzerregers ("Schütz-Loeffler Bacillus", Burkholderia [Bacillus, Malleomyces, Pseudomonas] mallei) zusammen mit Johann Wilhelm Schütz
  • Entdeckung der Pasteurellose des Schweines ("Schweineseuche");
  • Entdeckung von Salmonella Typhimurium und Einsatz des Erregers 1892 in Griechenland zur Feldmaus-Bekämpfung;
  • Entwicklung von Methoden zur Färbung (Loefflersche Methylenblaulösung [Loefflerblau] und Loeffler-Färbung) und Anzucht von Mikroorganismen (Loeffler-Serum).

Im Jahr 1887 begründete er zusammen mit Rudolf Leuckart die Fachzeitschrift „Centralblatt für Bacteriologie und Parasitenkunde“, die noch heute unter dem Titel "International Journal of Medical Microbiology" erscheint.

Lokal verdiente sich F. Loeffler Anerkennung als Mitglied des Bürgerkollegiums der Stadt Greifswald. Hier setzte er sich energisch für die Verbesserung der Stadtreinigung und des Abfallwesens sowie für den Bau der Kanalisation ("Und gebaut wird sie doch!") ein. Für seine Leistungen wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Greifswald ernannt.

 

 

 

Adresse

Friedrich Loeffler-Institut für Medizinische Mikrobiologie

Direktor: Univ.-Prof. Dr. Karsten Becker

 

Universitätsmedizin Greifswald KdöR

Fleischmannstr. 10

17475 Greifswald

 

Telefon: ++49 (0)3834 / 86-5560

Telefax: ++49 (0)3834 / 86-5561

E-mail: flisekre{at}med.uni-greifswald.de

 

 

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